Vermutlich beim Schwimmen infiziertGehirnfressende Amöbe! Lillian (8) stirbt nach tödlicher Infektion

Ein stark vergrößertes Bild der Amöbe „Naegleria fowleri”.
Ein stark vergrößertes Bild der Amöbe „Naegleria fowleri”. (Archivbild)
Getty Images/Universal Images Group Editorial

Parasit kann in Seen, Flüssen und Teichen vorkommen.
In den USA ist die achtjährige Lillian nach einer Infektion mit einer gefährlichen Amöbe gestorben. Vermutlich steckte sich das Mädchen beim Schwimmen mit dem seltenen Erreger an, der das Gehirn befällt und meist tödlich verläuft.

Lillian (†8) hat sich beim Schwimmen infiziert

Ein achtjähriges Mädchen aus dem US-Bundesstaat Louisiana ist nach einer seltenen und meist tödlich verlaufenden Infektion mit der Amöbe Naegleria fowleri gestorben. Vermutlich hatte sich das Kind beim Schwimmen im Lake Claiborne mit dem Erreger infiziert.

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Lillian S. aus Ruston starb am Samstag – nur einen Tag nach ihrer Geburtstagsfeier. Ihre Familie teilte die Nachricht über die Facebook-Seite „Love for Lillian“ mit. Die Angehörigen erklärten, die durch die Infektion verursachten Hirnschäden seien zu schwer gewesen, als dass Lillian sich davon hätte erholen können.

Das Gesundheitsministerium von Louisiana bestätigte gegenüber dem „Guardian“, dass eine Einwohnerin des Bundesstaates an Naegleria fowleri erkrankt war.

Erreger fühlt sich in warmen Süßwasser wohl

Nach Angaben des Senders KNOE befand sich das Mädchen seit dem 15. August in medizinischer Behandlung. Während die Familie um Lillians Leben bangte, unterstützten zahlreiche Unternehmen aus Ruston die Angehörigen und spendeten einen Teil ihrer Einnahmen für die Familie.

Der Erreger Naegleria fowleri fühlt sich vor allem in warmem Süßwasser wohl und tritt deshalb insbesondere in den Sommermonaten auf, schreibt das Robert Koch Institut (RKI). Der Parasit kann in Seen, Flüssen und Teichen vorkommen. In ausreichend gechlorten und ordnungsgemäß gewarteten Schwimmbecken sowie in Salzwasser findet er sich dagegen nicht. Menschen infizieren sich, wenn mit der Amöbe belastetes Wasser durch die Nase in den Körper gelangt. Von dort kann der Erreger ins Gehirn wandern und eine sogenannte primäre Amöben-Meningoenzephalitis auslösen, eine schwere Entzündung des Gehirns.

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Infektionen sind selten aber fast immer tödlich

Infektionen mit Naegleria fowleri sind laut RKI äußerst selten, verlaufen jedoch in den meisten Fällen tödlich. Laut der US-amerikanischen Gesundheitsbehörde haben von 154 Fällen zwischen 1962 und 2022 nur vier die Infektion überlebt. Das entspricht einer Sterbequote von 97 Prozent.

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Experten gehen zudem davon aus, dass steigende Temperaturen im Zuge des Klimawandels dazu beitragen, dass sich die Amöbe in Regionen ausbreitet, in denen sie bislang kaum vorkam. Eine Ansteckung durch das Verschlucken von belastetem Wasser ist nicht bekannt. Ebenso wird die Infektion nicht von Mensch zu Mensch übertragen. Laut der Homepage des RKI seien bislang in Deutschland keine Fälle einer Infektion aufgetreten.

Verwendete Quellen: Stern.de