Debatte nach islamistischem Anschlag auf den CSDSöder will Gefährdern deutsche Staatsbürgerschaft entziehen

21.07.2026, Bayern, München: Markus Söder (CSU), Ministerpräsident von Bayern, nimmt nach einer Kabinettssitzung an der Pressekonferenz teil. Foto: Sven Hoppe/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Markus Söder (CSU) will Gefährdern die deutsche Staatsbürgerschaft wegnehmen (Archivbild)
Sven Hoppe/dpa +++ dpa-Bildfunk

Nach dem mutmaßlich islamistisch motivierten Anschlag beim Berliner Christopher Street Day verlangt Markus Söder deutlich schärfere Konsequenzen für Gefährder.
Der CSU-Chef stellt dabei auch deren deutsche Staatsbürgerschaft infrage.

Söder stellt deutsche Staatsbürgerschaft von Gefährdern infrage

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder fordert einen grundlegenden Kurswechsel: „Wir müssen darauf reagieren, und zwar grundlegend“, sagte der CSU-Chef am Montag.

Besonders weit geht Söder beim Thema Staatsbürgerschaft. Wer als Gefährder eingestuft sei, könne seiner Ansicht nach nicht auf Dauer zwei Staatsbürgerschaften besitzen.

Ohne deutsche Staatsangehörigkeit könne ein Gefährder sofort ausgewiesen werden, argumentierte Söder. „Ich halte es für zwingend notwendig, all diese Dinge zu überlegen.“

CSU-Chef fordert Haft als Regel

Auch die bisherigen rechtlichen Folgen einer Gefährder-Einstufung reichen Söder nicht aus. Es stelle sich die Frage, ob für Gefährder nicht grundsätzlich das Erwachsenenstrafrecht gelten müsse.

Zudem müsse geprüft werden, ob Haft in solchen Fällen die Regel sein sollte. Hintergrund ist, dass der mutmaßliche Attentäter als Gefährder eingestuft war, sich aber auf freiem Fuß befand, weil er strafrechtlich nach Jugendstrafrecht behandelt wurde.

Wozu dienen die bevorzugten Quellen bei Google?

Ihr scrollt durch die Google-Suche und wollt direkt das sehen, was euch wirklich interessiert? Genau dafür hat Google jetzt eine neue Funktion am Start. Mit den sogenannten „Bevorzugten Quellen“ könnt ihr selbst festlegen, welche Inhalte euch häufiger angezeigt werden. Und genau hier kommt rtl.de ins Spiel. Wenn ihr uns als Favorit markiert, bekommt ihr künftig die wichtigsten Geschichten und Nachrichten für euer Leben, aktuelle News, exklusive VIP-Geschichten aus der Welt eurer Lieblingspromis und RTL-Stars sowie alles rund um Shows, Realitys und Serien noch schneller angezeigt.

So aktiviert ihr RTL.de als bevorzugte Quelle bei Google

Der Weg dahin ist wirklich simpel – ihr braucht nur ein Google-Konto.

    Direkt über den Link: Klickt auf diesen Aktivierungslink und wählt rtl.de als bevorzugte Quelle aus.

    Sucht alternativ ein Thema bei Google, tippt auf das Sternsymbol neben „Schlagzeilen“ und fügt RTL.de dort hinzu. Danach einfach die Suche neu laden.

Schon werden euch Inhalte eurer Lieblingsquelle häufiger angezeigt

Hier erfahrt ihr mehr über die bevorzugten Quellen bei Google

Anzeige:
Empfehlungen unserer Partner

Eine Tote und 29 Verletzte nach Anschlag beim Berliner CSD

Die Berliner Polizei fahndet mit einem Bild nach dem mutmaßlichen CSD-Attentäter.
Die Berliner Polizei fahndete mit einem Bild nach dem mutmaßlichen CSD-Attentäter.
ntv.de / Polizei Berlin

Am Samstagabend war der 21-jährige Abdul Ballout am Rande des Berliner Christopher Street Days mit einem Auto in eine Menschenmenge gefahren. Anschließend attackierte er weitere Menschen mit einer Stichwaffe.

Eine Frau aus Polen starb, 29 weitere Menschen wurden teilweise schwerst verletzt. Polizisten erschossen den Tatverdächtigen am Sonntagabend.

Der Mann war bereits als Gefährder eingestuft. Warum er trotzdem nicht in Haft saß und sich frei bewegen konnte, steht nun im Zentrum der politischen Diskussion.

Unionspolitiker verlangen härteren Umgang mit Islamisten

Auch weitere Politiker der Union fordern schärfere Konsequenzen. Marc Henrichmann, Vorsitzender des Geheimdienst-Kontrollgremiums des Bundestags, sagte dem Handelsblatt, die Freiheitsrechte gerichtsbekannter Extremisten und Islamisten dürften nicht länger überhöht werden, wenn Menschen konkret gefährdet seien. Bei einer erheblichen Gefahr müsse der Schutz der Bevölkerung „allerhöchste Priorität“ haben.

Merz warnt vor vorschnellen Konsequenzen

Bundeskanzler Friedrich Merz mit bewegendem Appell: „Feiern Sie wieder!“
Bundeskanzler Friedrich Merz beim Gedenkgottesdienst für die Opfer des CSD-Anschlags.
NTV

Bundeskanzler Friedrich Merz sieht zwar ebenfalls Handlungsbedarf, will zunächst aber die weiteren Ermittlungen abwarten. Für eine Antwort auf die Frage nach den politischen Konsequenzen sei es noch zu früh, sagte der CDU-Chef in Berlin.

Gleichzeitig dürfe es nicht bei bloßen Bekundungen bleiben. „Wir werden mit Besonnenheit, aber auch mit Entschlossenheit reagieren müssen“, kündigte Merz an.

Vor allem müsse geklärt werden, wie sich ein als Gefährder eingestufter Mann unbehelligt in die Nähe des Christopher Street Days begeben konnte.

Anwaltsverein warnt vor voreiliger Verschärfung des Jugendstrafrechts

Auch das Bundesjustizministerium prüft mögliche Konsequenzen, warnt aber vor übereilten Gesetzesänderungen. Erst im April seien bereits Verschärfungen des Strafrechts in Kraft getreten, die rechtliche Lücken geschlossen hätten.

Der Deutsche Anwaltsverein reagierte ebenfalls skeptisch auf Forderungen nach einem strengeren Jugendstrafrecht. Der Ruf danach sei zwar nachvollziehbar, sagte DAV-Vizepräsidentin Sonka Mehner der Augsburger Allgemeinen. Ob sich vergleichbare Taten dadurch verhindern ließen, sei jedoch eine andere Frage.

Vor einer Änderung müsse sorgfältig geprüft werden, ob tatsächlich eine gesetzliche Lücke bestehe oder ob es sich um einen tragischen Einzelfall handle. Das Strafrecht sollte nicht unter dem Eindruck einzelner besonders erschütternder Ereignisse geändert werden.

Verwendete Quelle: AFP