Bundesregierung plant Mega-Reform Gesundheitsexperten wollen (unter anderem) Cola teurer machen!

Diese Reform wird uns viel Geld kosten!
In den Kassen der gesetzlichen Krankenversicherung klafft laut Experten ein Loch von rund 15 Milliarden Euro. Die aktuelle Antwort der Bundesregierung: Cola, Alkohol und Zigaretten könnten für uns bald deutlich teurer werden. Was noch alles auf unseren Geldbeutel zukommt, fassen wir hier zusammen.
66 Vorschläge gegen das Milliardenloch
Als Bundesgesundheitsministerin Nina Warken und die von ihr eingesetzte Expertenkommission am Montag ihre Empfehlungen zur Rettung unseres Gesundheitssystems vorstellen, dürfte vielen kurz der Atem gestockt haben. Ziemlich schnell wird klar: Für die Patienten wird es richtig teuer! Die Regierung will damit ein Milliardenloch stopfen: Für 2027 droht den gesetzlichen Krankenkassen ein Defizit von rund 15 Milliarden Euro, bis 2030 könnte das Loch sogar auf 40 Milliarden Euro pro Jahr wachsen.
Hinter dem Plan, unter anderem Cola teurer zu machen, steckt die sogenannte Zuckersteuer. Betroffen wären nicht nur Cola, sondern auch Limonaden, Energydrinks, Eistees, gesüßte Saftgetränke, Sportdrinks und andere stark gezuckerte Softdrinks. Damit soll zum einen mehr Geld in die Krankenkassen fließen, um das Milliardenloch zu stopfen. Zum anderen hoffen die Fachleute, dass die Menschen dann weniger Zucker konsumieren.
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Denn Softdrinks gelten als Mitverursacher von Übergewicht, Diabetes und anderen Krankheiten – und genau das treibt die Kosten im Gesundheitssystem seit Jahren nach oben. Die sogenannte Cola-Steuer ist nur eine von 66 Empfehlungen, die die zehnköpfige GKV-Finanzkommission am Montag in Berlin vorstellt.
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Die 5 wichtigsten Reformpunkte im Überblick
1. Cola, Alkohol und Zigaretten sollen teurer werden
Geplant sind höhere Steuern auf Tabak und Alkohol sowie eine neue Abgabe auf zuckerhaltige Getränke wie Cola und Energydrinks.
2. Höhere Zuzahlungen für Patienten
Versicherte sollen sich stärker an Kosten beteiligen – etwa bei Medikamenten, Arztbesuchen oder im Krankenhaus.
3. Familienversicherung auf dem Prüfstand
Die bislang kostenlose Mitversicherung von Ehepartnern könnte eingeschränkt werden. Für viele Familien drohen zusätzliche Monatskosten.
4. Weniger Geld für unnötige Leistungen
Diskutiert wird, Ausgaben für umstrittene oder wenig wirksame Leistungen zu streichen und Doppeluntersuchungen zu vermeiden.
5. Krankenhäuser und Praxen sollen effizienter arbeiten
Mit Reformen bei Kliniken, Notfallversorgung und Arztpraxen sollen Abläufe verbessert und Milliarden eingespart werden.
Deutschland hat eines der teuersten Gesundheitssysteme Europas und trotzdem erleben viele Menschen viel zu lange Wartezeiten und überfüllte Praxen. Der demographische Wandel macht uns immer stärker zu schaffen: Immer mehr ältere Menschen brauchen medizinische Versorgung, während gleichzeitig weniger junge Menschen in die Krankenkassen einzahlen. Das Gesundheitssystem hat eine Reform also dringend nötig. Und trotzdem stellen sich Millionen Menschen jetzt die Frage: Wird es nur teuer oder auch endlich besser? (dpa/jjä)


