40.000 Menschen fliehen aus Gefahrenzone Chemietank in Kalifornien könnte jeden Moment explodieren

Seit Donnerstag versucht die Feuerwehr in Kalifornien, einen überhitzten Tank zu löschen. Er befindet sich in einem Vorort von Los Angeles und ist mit einer hoch entzündbaren Chemikalie gefüllt. Anwohner wurden evakuiert und Schulen geschlossen.
Die drohende Explosion eines Lagertanks mit einer brennbaren, gefährlichen Chemikalie hat in Südkalifornien zu einer großflächigen Evakuierung geführt. Rund 40.000 Anwohner im Großraum Garden Grove, südöstlich von Los Angeles, seien von dem Aufruf betroffen, berichteten US-Medien. Nach Angaben von Behörden könnte der Notfall dazu führen, dass ein Leck auftritt, der Tank unkontrolliert explodiert und ein großer Feuerball entsteht.
Der Tank befindet sich auf dem Gelände eines Luft- und Raumfahrtunternehmens und ist mit der Chemikalie Methylmethacrylat gefüllt. Diese wird bei der Herstellung von Kunststoffen verwendet. Sie sei hochgiftig und leicht entzündbar, sagte Craig Covey von der Feuerwehr im Bezirk Orange County.
Gesundheitsbehörden machten zum Ausmaß einer möglichen Explosion bislang keine Angaben, berichtet die „New York Times“. „Es könnte zu einer Explosion mit katastrophalen Folgen kommen“, warnt jedoch Joseph Shepherd, Professor am California Institute of Technology, in der Zeitung.
Die Einsatzkräfte sind bereits seit Donnerstag (Ortszeit) im Einsatz, nachdem das Unternehmen GKN Aerospace den Notfall gemeldet hatte. Demnach hatte sich der Tank überhitzt und ausgedehnt. Behörden evakuierten daraufhin umgehend die Anwohner und schlossen mehrere Schulen vorübergehend.
Obwohl die Feuerwehr den Behälter inzwischen von außen mit Wasser abkühlen konnte, verursache ein defektes Ventil weiterhin Probleme, erklärte Covey. Die Einsatzkräfte arbeiteten in der Nacht auf Samstag (Ortszeit), um die Lage zu entschärfen, so der Einsatzleiter.
Der Vorfall ereignet sich in einer Zeit, in der die Trump-Regierung versucht, zentrale Sicherheitsregeln der Biden-Regierung zu kippen. Konkret sollen verpflichtende Prüfungen für Pannen-Anlagen fallen, Vorsorgemaßnahmen gegen klimabedingte Extremwetter gestrichen und das Recht der Angestellten, die Arbeit bei akuter Gefahr zu verweigern, abgeschafft werden.
Vor allem aber steht das unabhängige sogenannte Chemical Safety Board - die wichtigste Kontrollinstanz für Chemieunfälle im Land - vor dem kompletten Aus. Kritiker warnen bereits vor fatalen Folgen für den Katastrophenschutz.
Verwendete Quellen: gri/dpa


