Minister überrascht mit AnsageBoris Pistorius will nicht als SPD-Chef antreten

Wer steht nach dem Rücktritt von Bärbel Bas künftig an der SPD-Spitze? Der beliebteste Sozialdemokrat Pistorius sieht sich mit seiner Aufgabe voll ausgelastet. Er hat aber einen klaren Favoriten.
Verteidigungsminister Boris Pistorius hat eine Kandidatur als SPD-Chef beim anstehenden Parteitag ausgeschlossen. Stattdessen sei er dafür, dass der aktuelle Vorsitzende Lars Klingbeil erneut antritt, sagte Pistorius beim Arbeitgebertag des Verbands BDA in Berlin.
„Ich werde als Parteivorsitzender definitiv nicht antreten, weil ich mit meiner Aufgabe, die Sicherheit dieses Landes zu garantieren, wirklich ausgelastet bin, um das ein für alle Mal klar zu sagen“, betonte Pistorius. Klingbeil mache seine Aufgabe in schwierigen Zeiten exzellent. „Ich bin sehr dafür, dass er im Winter wieder antritt“, sagte Pistorius.
Nach dem Rücktritt von Co-Parteichefin Bärbel Bas will die SPD im Winter ihre gesamte Parteispitze neu wählen. Klingbeil, der auch Bundesfinanzminister und Vizekanzler ist, hat noch nicht gesagt, ob er wieder antritt oder nicht. Es gehe darum, die beste Aufstellung für die Partei zu finden, betonte er stattdessen. Pistorius ist in Umfragen bereits seit Jahren der beliebteste SPD-Politiker.
Am Montag war die ebenfalls als SPD-Vorsitzende gehandelte Manuela Schwesig der Frage nach einer Kandidatur ausgewichen. Aktuell liege die Priorität der Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern auf den Verhandlungen eines Koalitionsvertrages in ihrem Bundesland. Sie sei zur Landtagswahl im September mit dem Ziel angetreten, „weiter im Land zu bleiben, hier Ministerpräsidentin zu bleiben“, sagte sie noch. Die Suche nach einer neuen SPD-Spitze geht also weiter.
Verwendete Quellen: csi/dpa


