14 Monate Vollsperrung! 80 Minuten länger! Wichtige Bahnstrecke zwischen Hannover und Berlin gesperrt

Ein Gleisbaufahrzeug rollt nahe des Bahnhofs Schönhausen an Gleisbauteilen vorbei. Die "DB InfraGO" startet am 2. Oktober 2026 mit den Bauarbeiten entlang der Ost-West-Achse zwischen Hannover und Berlin. In den kommenden Monaten wird auf der Schnellfahrstrecke östlich und westlich von Stendal die Feste Fahrbahn erneuert. Gleichzeitig wird die Elektrifizierung der parallel verlaufenden Lehrter Stammbahn weitergebaut.
Vor der Sperrung fuhren täglich mehr als 400 Züge des Nah- und Fernverkehrs auf der betroffenen Strecke.
picture alliance/dpa / Klaus-Dietmar Gabbert

Eine der vielbefahrensten Ost-West-Bahnverbindungen Deutschlands zwischen Hannover und Berlin wird rund 14 Monate grundsaniert. Die Fernzüge werden umgeleitet und brauchen rund 80 Minuten länger.

Die wichtige Bahnstrecke zwischen Hannover und Berlin wird ab dem heutigen Freitag (2. Oktober) für rund 14 Monate vollständig gesperrt. Grund dafür ist die umfassende Sanierung der Strecke. Hunderte Kilometer Weichen, Gleise und Oberleitungen werden erneuert, ebenso rund zwei Dutzend Bahnhöfe modernisiert, wie die Bahn mitteilte.

Die Fernzüge werden über Braunschweig und Magdeburg umgeleitet und brauchen zwischen Berlin und Hannover deshalb künftig rund 80 Minuten länger. Das betrifft auch sämtliche Verbindungen zwischen Berlin und Nordrhein-Westfalen, die über Hannover verkehren. Wer von der Hauptstadt aus nach Düsseldorf will, braucht nun für die Strecke rund fünfeinhalb Stunden - mögliche Verspätungen sind dabei noch nicht einberechnet.

Grund für die lange Sperrung ist unter anderem die Erneuerung der Betonfahrbahn rund um Stendal. Im Gegensatz zum klassischen Bahngleis liegen die Schienen dort nicht in einem losen Schotterbett auf Holz- oder Betonschwellen, sondern sind direkt auf einer festen Platte aus Beton montiert. Während Schotterbetten alle paar Jahre aufwendig gepflegt werden müssen, hält eine Betonfahrbahn bis zu 60 Jahre - ohne größere Wartung. Wenn eine solche Betonfahrbahn marode ist, kann sie nicht im laufenden Betrieb repariert werden.

Einschränkungen auch im Regionalverkehr

Der Bahn-Konzern sprach im Vorfeld von „sehr umfangreichen Bauarbeiten“. Der Abschnitt gehört laut Deutscher Bahn zur „wichtigsten Verbindung zwischen Berlin und Nordrhein-Westfalen“ und wird grundsaniert. Täglich fahren dort mehr als 400 Züge des Nah- und Fernverkehrs sowie rund 90 Güterzüge.

„Gleise, Weichen, Betonfahrbahn, Oberleitungen, Stellwerke und Bahnhöfe werden gebündelt erneuert oder modernisiert“, teilte der Programmleiter der sogenannten Generalsanierung bei der Bahn-Tochter DB InfraGo, Wolfgang Weinhold, mit. „Das ist eine gewaltige Aufgabe, aber eine Investition, die sich auszahlt: für mehr Qualität, Zuverlässigkeit und Stabilität auf einer der vielbefahrensten Ost-West-Bahnverbindungen Deutschlands.“

Die Einschränkungen betreffen auch den Regionalverkehr. So fahren Regionalzüge beispielsweise über Wittenberge zwischen Nauen und Stendal. Wer jedoch von Stendal weiter nach Wolfsburg reisen möchte, muss auf Ersatzbusse umsteigen.

Verwendete Quellen: bho/dpa/AFP