Tragödie in TennesseeAutistisches Mädchen (6) im Schulbus vergessen – qualvoller Hitze-Tod erschüttert die USA

Amerikanischer Schulbus
In einem amerikanischen Schulbus wurde ein autistisches Mädchen tot aufgefunden.
picture alliance

Es ist der Albtraum aller Eltern!
Man gibt sein Kind in Obhut und es kehrt nie wieder zurück. In Tennessee spielte sich genau diese Tragödie ab. Die sechsjährige, autistische Winter J. starb einen grausamen Tod, weil sie stundenlang in einem überhitzten Schulbus vergessen wurde. Zurück bleiben eine Familie in unermesslichem Schmerz und die quälende Frage nach dem Warum.

Die kleine Winter (†6) wurde stundenlang vergessen

Eigentlich sollte es ein ganz normaler Donnerstag für die kleine Winter werden. Ihr Vater, Bryan J., brachte sie morgens zur Kindertagesstätte „Kid University” in Cordova, einem Vorort von Memphis. Von dort aus sollte sie, wie immer, mit einem Kleinbus zur Grundschule gebracht werden. Doch in der Macon-Hall Elementary School kam Winter nie an. Niemand bemerkte, dass das Mädchen den Bus nicht verlassen hatte.

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Stundenlang saß die Sechsjährige allein in dem Fahrzeug, das auf dem Parkplatz der Kita in der prallen Sonne stand. Während draußen die Temperaturen auf bis zu 36 Grad kletterten, verwandelte sich der Bus in eine tödliche Hitzefalle. Erst am Nachmittag, als die Türen für die Rückfahrt geöffnet wurden, entdeckten Mitarbeiter das leblose Kind. Ihr Vater berichtete später einem lokalen TV-Sender, dass Winters Körper bei ihrer Auffindung eine Temperatur von 42,8 Grad aufwies. Rettungskräfte kämpften vergeblich um ihr Leben; im Krankenhaus konnte nur noch ihr Tod festgestellt werden.

„Sie konnte sich nicht bemerkbar machen”

Für die Familie ist der Verlust unbegreiflich. Besonders tragisch: Aufgrund ihres Autismus war Winter nonverbal. Sie konnte nicht sprechen, nicht auf sich aufmerksam machen, nicht um Hilfe rufen. „Sie konnte sich nicht bemerkbar machen. Sie konnte ihren Mund nicht öffnen und sagen: ,Hey, ich bin noch im Bus’”, erklärte ihr Onkel, Christopher Jones, mit brüchiger Stimme. „Ich stehe hier und schwitze. Ich kann mir nur vorstellen, wie es für sie gewesen sein muss, so lange in einem Bus eingeschlossen zu sein, ohne offene Fenster, ohne offene Türen, ohne irgendetwas.”

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Die schreckliche Stille, in der das Mädchen gefangen war, zerreißt den Angehörigen das Herz. Augenzeugen berichten von dramatischen Szenen, die sich am Donnerstagnachmittag vor der Kindertagesstätte abspielten. Eine Mitarbeiterin eines gegenüberliegenden Büros hörte Schreie und sah eine Frau, die verzweifelt weinend auf dem Boden lag und nicht mehr ansprechbar war.

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Suche nach Antworten und eine schreckliche Serie

Tragischerweise ist Winters Schicksal kein Einzelfall in der Region. Bereits 2017 starb ein Fünfjähriger unter ähnlichen Umständen in West Memphis, 2022 kam ein Säugling ums Leben, der in einem heißen Auto vor einer Kita zurückgelassen wurde.

Die Behörden haben die Ermittlungen aufgenommen, um zu klären, wie es zu diesem unfassbaren Versäumnis kommen konnte. Die Kindertagesstätte „Kid University” schweigt bisher zu den Vorwürfen. Für viele Eltern, deren Kinder ebenfalls die Einrichtung besuchen, ist das Vertrauen erschüttert.

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Im Zentrum der Ermittlungen steht eine zentrale Frage: Wie konnte es passieren, dass ein sechsjähriges Kind über einen ganzen Schultag hinweg niemandem fehlt – weder in der Kita, noch im Busunternehmen, noch in der Schule? In vielen US-Bundesstaaten gibt es klare Vorgaben: Fahrer sollen nach jeder Fahrt den Bus kontrollieren, um sicherzustellen, dass kein Kind zurückbleibt. Ob solche Protokolle bei „Kid University“ existierten und ob sie befolgt wurden, ist derzeit unklar.

Gerade für Kinder mit Behinderung oder besonderen Bedürfnissen, die sich nicht selbst bemerkbar machen können, sind verlässliche Kontrollen und klare Abläufe überlebenswichtig. Winters Geschichte zeigt auf schmerzhafte Weise, was passiert, wenn diese Schutzmechanismen nicht greifen.

Verwendete Quellen: Fox8, T-Online