Dieser Name sorgt für ÄrgerWeil es an Hitler erinnert? Rennpferd muss umbenannt werden

Dieser Name bringt seinem Besitzer jede Menge Ärger ein.
Das junge Rennpferd „Austrian Painter“ startet in Indianapolis erfolgreich durch. Doch dann geht eine Beschwerde beim US-Jockey Club ein. Der Grund: „Austrian Painter“, auf Deutsch „österreichischer Maler“, gilt im Netz als Umschreibung für Adolf Hitler. Die Rennsport-Behörde greift ein – und der Besitzer muss seinem Pferd einen neuen Namen geben. Doch seine Erklärung für die ungewöhnliche Namenswahl wirft weitere Fragen auf.
Darum erinnert „Austrian Painter“ an Hitler
Die Bezeichnung kommt nicht von ungefähr. Adolf Hitler wurde im österreichischen Braunau am Inn geboren und wollte in jungen Jahren Künstler werden. Zweimal bewarb er sich erfolglos an der Kunstakademie in Wien. Im Internet wird „Austrian Painter“ deshalb immer wieder als Umschreibung für Hitler benutzt – unter anderem, um automatische Filter in sozialen Netzwerken zu umgehen.
Hinter der Namenswahl steckt Züchter und Besitzer Scott Herbertson. Er hatte sein junges Vollblut „Austrian Painter“ genannt und den Namen beim US-Jockey Club registrieren lassen. Das Pferd durfte zunächst sogar unter dieser Bezeichnung antreten – und gewann damit sein Debütrennen. Erst nach dem Sieg und einer anschließenden Beschwerde wurde der Name noch einmal geprüft.
Für den US-Jockey Club war das schließlich zu viel. Nach seinen Regeln können Pferdenamen abgelehnt werden, wenn sie etwa wegen politischer oder anderer Bezüge als anstößig oder bedrohlich gelten.
Doch Herbertson bestreitet, Hitler überhaupt gemeint zu haben – und liefert eine ganz andere Erklärung für den Namen.
Video-Tipp: Nazi-Spruch und Wasser-Attacke! Kutscher greift Influencerin an – weil sie DAS fordert
Besitzer behauptet: Gustav Klimt war gemeint
Scott Herbertson weist eine bewusste Hitler-Anspielung zurück. Seine Erklärung: Die Familie seiner Frau stamme aus Österreich – und mit „Austrian Painter“ sei eigentlich Gustav Klimt gemeint gewesen. Der weltberühmte österreichische Maler sei der Lieblingskünstler der Familie.
Zunächst will Herbertson den Namen offenbar sogar behalten. Auf X kündigt er an, ihn nicht ändern zu wollen. Doch dann werden weitere Namensvorschläge bekannt.
Lese-Tipp: Tiere retten Teenager vor Einsamkeit und Angst!
„My Struggle“ und „Braunau Star“
Wie das Pferderennsport-Portal „Horse Racing Nation“ berichtet, soll Herbertson zuvor bereits andere auffällige Namen eingereicht haben. Einer davon: „My Struggle“ – auf Deutsch „Mein Kampf“, der Titel von Hitlers Buch.
Auch „Braunau Star“ soll zu den Vorschlägen gehört haben. Hitler wurde in Braunau am Inn geboren. Herbertson erklärte dem Bericht zufolge allerdings, dass auch der Großvater seiner Frau aus der österreichischen Stadt stamme.
Und damit nicht genug: Eine Vollschwester des Pferdes hieß zunächst „New Order“. Herbertson zufolge eine Anspielung auf die gleichnamige britische Band. Der Begriff „New Order“ kann allerdings auch für die von den Nationalsozialisten angestrebte Neuordnung Europas stehen. Auch dieser Pferdename wurde später gestrichen.
Lese-Tipp: Was geschah wirklich mit Hitlers Nichte? Jetzt gerät sein Alibi ins Wanken
Jetzt heißt das Pferd „Merrylegs“
Am Ende bekommt „Austrian Painter“ tatsächlich einen neuen Namen – und der könnte kaum harmloser sein. Herbertson lässt seine Tochter entscheiden. Sie wählt „Merrylegs“, den Namen eines grauen Ponys aus Anna Sewells berühmtem Roman „Black Beauty“. Der US-Jockey Club hat den neuen Namen inzwischen genehmigt.
Ganz verschwindet „Austrian Painter“ allerdings nicht sofort aus den Unterlagen: Nach den Regeln des Clubs werden alter und neuer Name zunächst gemeinsam im Register geführt. Erst wenn das Pferd dreimal unter seinem neuen Namen gestartet ist, fällt die alte Bezeichnung weg.
Aus „Austrian Painter“ wird also „Merrylegs“ – und aus einem erfolgreichen Debütrennen eine ziemlich ungewöhnliche Namensdebatte.
Verwendete Quellen: oe24, abcnews, südkurier, Horse Racing Nation


