Vorfall in Australien sorgt für KritikStrafgefangene nach Geburt gefesselt und von ihrem Baby getrennt

War das Vorgehen rechtens?
Nach der Geburt ihres Kindes soll eine Frau, die sich in Haft befand, auf einer Entbindungsstation gefesselt worden sein. Der Fall befeuert in Australien eine Debatte über das Fesseln schwangerer Inhaftierter.
Frau nach Kaiserschnitt gefesselt, Kind verlegt
Sie befindet sich in Haft, für die Geburt ihres Kindes kommt sie ins Krankenhaus: Am 10. Oktober bringt eine Frau im australischen Bundesstaat Queensland ihr Baby per Kaiserschnitt zur Welt. Die Mutter ist Teil der indigenen Bevölkerung Australiens. Doch statt ungestörter erster Momente mit ihrem Kind, erlebt sie offenbar etwas ganz anderes.
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Wie verschiedene australische Medien berichten, sei die Frau nach dem Kaiserschnitt gefesselt und von ihrem Neugeborenen getrennt worden. Demnach wurde das Baby direkt auf die Neugeborenen-Intensivstation verlegt.
Fesseln schwangerer Häftlinge erlaubt?
Medienberichten zufolge legten Gefängnisbeamte der Frau nach der Geburt Fesseln an. Krankenschwestern und Hebammen, die an der Betreuung beteiligt waren, meldeten sich schließlich mit Bedenken hinsichtlich des Vorgehens bei der zuständigen Justizvollzugsbehörde. Diese prüft den Umgang mit der Patientin.

In Bundesstaat Queensland dürfe das Fesseln schwangerer Gefangener laut zuständiger Justizvollzugsbehörde nur als letztes Mittel eingesetzt werden. Die zuständige Ministerin Laura Gerber erklärte dem Sender ABC zufolge, dies könne zum Schutz „der öffentlichen Sicherheit”, aber nur „im äußersten Notfall” geschehen. Gleichzeitig betonte sie: Die betroffene Frau sei während der Entbindung nicht gefesselt gewesen. Inwiefern in diesem Fall ein Notfall eintrat, ist unklar.
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Die Gewerkschaft der Pflegekräfte und Hebammen fordert nun ein landesweites Verbot von Fesselungen während Schwangerschaft und Geburt. Der Fall fällt mitten in eine politische Debatte: Wie der „Guardian” berichtet, scheiterte ein Gesetzentwurf, der Fesselungen inhaftierter Frauen während der Geburt verbieten sollte, nur Tage nach der Geburt im australischen Senat.
Verwendete Quellen: Guardian, ABC News


