Empörung in LondonAufruhr bei Shakespeare-Vorstellung „The Tempest“: Mutter bringt Baby mit – und die Zuschauer rasten fast aus

Blick in den leeren Zuschauersaal des Theaters «Berliner Ensemble» (BE).
Theatersaal (Symbolbild)
Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild

Es sollte ein magischer Theaterabend werden und endete für die Besucher in einer Nervenprobe:
Statt leiser Spannung im Saal gibt es aber vor allem eins: ein Baby, das fast ununterbrochen gurgelt, gluckst und zwitschert – bis viele Zuschauer einfach nur noch genervt sind und sturm laufen.

London: Baby stört Shakespeare-Vorstellung – genervte Zuschauer fordern Rückerstattung

Ausverkauftes Haus, hohe Ticketpreise, große Erwartungen: Sir Kenneth Branagh spielt in Stratford-upon-Avon „The Tempest“, die Stimmung ist elektrisiert. Doch kaum beginnt der berühmte Bühnensturm, setzt ein ganz anderer Lärm ein: Ein Baby im Publikum jauchzt, gluckst, gurgelt – und hört fast die ganze erste Hälfte nicht mehr damit auf, berichtet unter anderem die Dailymail. Für die Zuschauer wird aus einem Shakespeare-Abend plötzlich eine Geduldsprobe.

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„Es hörte einfach nicht auf“, sagt Zuschauerin Sian Morgan, die seit Jahrzehnten ins Theater geht. „Man konnte es im ganzen Saal hören, zweifellos auch Kenneth und die gesamte Besetzung.“ Viele versuchen zunächst, das zu ignorieren. Aber je länger das Kind laut ist, desto mehr Leute drehen sich um, schütteln den Kopf, seufzen genervt. „Das hat die ganze erste Stunde komplett ruiniert“, zitiert die Dailymail einen weiteren Gast.

Beschwerden in der Pause

In der Pause entlädt sich die Stimmung. Vor den Ticketschaltern bilden sich Schlangen, Zuschauer beschweren sich, einige fordern ihr Geld zurück. „Wir waren zu viert, haben etwa 400 Pfund für unsere Karten bezahlt und eine zwölfstündige Hin- und Rückfahrt auf uns genommen – dieser Abend war für uns komplett ruiniert“, sagt ein Mann.

Die Mutter des Babys soll darauf zunächst kaum einsichtig reagiert haben. Sie habe betont, es sei „doch nur ein Baby“ und werde schon wieder ruhiger, während das Kind schon die komplette erste Hälfte sehr laut gewesen sei. Für viele wirkt das wie fehlende Rücksichtnahme auf die hunderten anderen Menschen im Saal.

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Später Rausschmiss – und die große Frage

Schließlich greift das Theater ein: Ein Verantwortlicher bittet die Mutter, die zweite Hälfte nicht mehr im Zuschauerraum, sondern auf Monitoren außerhalb des Saals zu verfolgen. Da ist der Abend für viele längst gelaufen.

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Zurück bleibt eine Debatte, die über diesen einen Vorfall hinausgeht: Gehört ein schreiendes Baby in eine hochkonzentrierte Abendvorstellung – oder gibt es Momente, in denen Rücksicht auf andere bedeutet, genau das zu lassen? In Stratford jedenfalls wird man sich noch länger an den Abend erinnern, an dem nicht der Sturm auf der Bühne, sondern ein kleines Kind im Publikum die Hauptrolle spielte.

Verwendete Quellen: gbnews.com Dailymail.com