Juristische Schritte bereits eingeleitetAudi gegen AUDI? Warum der Hersteller seine eigenen Autos nicht in Deutschland haben will

Das muss man erst einmal verstehen.
Ein Importeur verkauft in Deutschland zwei Elektroauto-Modelle aus China – die Marke: AUDI. Doch ausgerechnet Audi selbst will den Verkauf in Deutschland nun per Gericht stoppen. Was zunächst etwas absurd klingt, ergibt aber durchaus Sinn.
Audi gegen AUDI: Wie kann das sein?
Der Ingolstädter Autobauer Audi geht gegen den Import eigener Elektroautos aus China vor. Betroffen sind der AUDI E5 Sportback und der AUDI E7X, zwei Modelle der China-Marke AUDI, die Audi gemeinsam mit dem chinesischen Hersteller SAIC für den dortigen Markt entwickelt hat.
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Der Importeur „Auto China“ mit Sitz auf der karibischen Insel Saint Kitts und Nevis wollte die beiden Elektroautos nach Deutschland bringen und hier verkaufen. Nach eigenen Angaben kümmerte sich das Unternehmen dafür um die nötigen Prüfungen und Zulassungen.
Warum Audi seine eigene Schwester nicht familiär empfängt
Möchte Audi demnach seine eigenen Autos nicht in Deutschland haben? Vereinfacht gesagt: ja. Doch der Fall ist etwas komplizierter, als er zunächst klingt: Die Modelle sind speziell für den chinesischen Markt entwickelt worden und gehören nicht zum offiziellen europäischen Audi-Programm. Für den E5 Sportback und den E7X gibt es laut Audi keine reguläre EU-Typzulassung. Eine solche Typzulassung bedeutet, dass eine komplette Baureihe für den europäischen Markt freigegeben wird. Fehlt diese, können einzelne Fahrzeuge trotzdem zugelassen werden – wenn sie die dafür nötigen technischen Prüfungen bestehen und eine Einzelgenehmigung erhalten. Genau diesen Weg wollte der Importeur nach eigenen Angaben nutzen.
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Eine Audi-Sprecherin bestätigt gegenüber der „Automobilwoche“, der Hersteller wolle dem Importeur die Einfuhr untersagen lassen und seine Rechte „konsequent durchsetzen“. Neben der fehlenden regulären EU-Typzulassung verweisen die Ingolstädter dabei auf ein weiteres Problem für Käufer in Deutschland: Wartungs- und Serviceleistungen durch Audi oder autorisierte Händler außerhalb Chinas seien nicht möglich. Wer einen solchen China-Audi kauft, hätte also zwar ein auffälliges Elektroauto – aber keinen regulären Zugang zum Audi-Service-Netz.

Importeur verlangt den doppelten Preis
Erst im Januar wurde der AUDI E5 Sportback zum „China Car of the Year 2026“ ausgezeichnet – kein Wunder also, dass sich auch in Deutschland Interessenten für das Auto fanden. In China startet der E5 bei rund 205.990 Yuan, umgerechnet etwa 26.000 bis 30.000 Euro – je nach Wechselkurs und Preisstand. Beim deutschen Importeur lag der Einstiegspreis dagegen bei 59.980 Euro. Der hohe Aufpreis erklärt sich nicht allein mit einem anderen Preisschild. Neben Transport, Zoll, Steuern und Händlermarge kommen beim Parallelimport technische Anpassungen, Prüfungen und individuelle Genehmigungen für die importierten Fahrzeuge.
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Die Audi Submarke mit den vier Buchstaben richtet sich Experten zufolge vor allem an junge, technikaffine Käufer in China. Trotz der drohenden juristischen Schritte findet man die chinesischen Modelle weiterhin bei Auto China in Deutschland. Ob Audi selbst die China-Modelle irgendwann auch in Europa anbieten will, bleibt abzuwarten.
Verwendete Quellen: Automobilwoche , AutoBILD , Audi Media Center


