Krisensitzung wegen brisanter HinweisePolens Regierungschef bedroht! Ermittler nehmen Verdächtigen fest

(L-r): Der polnische Verteidigungsminister Władysław Kosiniak-Kamysz, Ministerpräsident Donald Tusk und Innenminister Marcin Kierwinski nehmen an einer Pressekonferenz im Dorf Tarnawa-Kolonia im Osten Polens teil. Der polnische Ministerpräsident Donald Tusk bestätigte, dass am frühen Morgen des 30. Juli ein nicht identifiziertes Projektil in einem unbewohnten Gebiet in der Nähe von Tarnawa-Kolonia in der Woiwodschaft Lublin eingeschlagen und explodiert sei und dabei einen 10 Meter großen Krater hinterlassen habe, Nachdem das polnische Einsatzkommando (DORSZ) um 3:40 Uhr Ortszeit während intensiver russischer Angriffe auf die benachbarte Ukraine ein unbekanntes Objekt beim Eindringen in den polnischen Luftraum entdeckt hatte. +++ dpa-Bildfunk +++
Verteidigungsminister Kosiniak-Kamysz (links) und Ministerpräsident Tusk sollen Ziel eines geplanten Anschlags sein.
picture alliance/dpa/PAP / Wojtek Jargilo

Die Hintergründe sind noch unklar, die Vorwürfe haben es aber in sich: Nach Erkenntnissen der polnischen Behörden soll es geplante Attentate auf Regierungschef Tusk und Verteidigungsminister Kosiniak-Kamysz geben. Das Land ist wegen zahlreicher Gewalttaten zuletzt ohnehin in Alarmstimmung.

Polens Polizei hat nach Angaben des Innenministeriums Hinweise auf einen möglichen geplanten Anschlag auf Regierungschef Donald Tusk und Verteidigungsminister Wladyslaw Kosiniak-Kamysz erhalten. Daher sei eine Krisensitzung mit Vertretern der Geheimdienste einberufen worden, schrieb die Sprecherin des Innenministeriums in Warschau auf X. Am Nachmittag teilte Innenminister Marcin Kierwiński auf X mit, dass ein Tatverdächtiger festgenommen sei.

Zuvor hieß es: Die zuständigen Stellen hätten die Wahrscheinlichkeit, dass die Anschlagsdrohungen wahr gemacht würden, als sehr hoch eingeschätzt, sagte der Sprecher des Geheimdienstkoordinators, Jacek Dobrzynski, laut Nachrichtenagentur PAP. „Wir nehmen das todernst.“ Daher habe man umgehend ein Treffen anberaumt.

Regierungssprecher Adam Szlapka sagte dem Sender TVN24, Tusk sei am frühen Morgen über die Erkenntnisse informiert worden. „Dieses Signal war wesentlich beunruhigender als ähnliche Signale in der Vergangenheit.“ Der Regierungschef arbeite derzeit normal weiter.

An der Sitzung im Terror-Abwehrzentrum sollten demnach Vertreter der Polizei, des Staatsschutzes und der Behörde für innere Sicherheit teilnehmen. Wegen einer Serie von Messerattacken in Schulen befindet sich Polen bereits offiziell im Alarmzustand.

Tusk ist seit Dezember 2023 wieder polnischer Ministerpräsident. Verteidigungsminister Kosiniak-Kamys ist auch Vize-Regierungschef. Das EU- und Nato-Mitglied Polen ist einer der wichtigsten Unterstützer der Ukraine und ein wichtiger Umschlagsort für militärische und humanitäre Hilfsgüter für das von Russland angegriffene Land. Es fühlt sich auch selbst von Moskau bedroht und rüstet deshalb massiv auf.

Verwendete Quellen: als/dpa/AFP