Verluste von 35,5 Prozent!Beliebte Online-Shops Shein und Temu erleiden harten Umsatz-Crash

Symbolbild: Orangefarbene Temu-Pakete vor einer Haustür verdeutlichen den Boom von internationalen E-Commerce-Plattformen. Temu, bekannt für günstige Preise und große Produkt-Auswahl, aggressive Marketingstrategien in Europa und den USA. Themen wie nachhaltige Verpackung, Lieferzeiten und Zollprobleme sind dabei zentral für den Erfolg solcher Plattformen. FOTOMONTAGE
Der Marktanteil von Temu, Shein und ähnlichen Anbietern aus China war bis zur Jahresmitte kontinuierlich gestiegen.
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Chinesische Onlinehändler fluten den europäischen Markt mit Millionen Warensendungen. Sie profitieren dabei lange von einer Zollfreiheitsgrenze. Das will die EU nicht mehr hinnehmen und reagiert. Das macht sich in den Bilanzen von Temu und Co. auch direkt bemerkbar.

Die asiatischen Plattformen Shein, Temu und AliExpress haben im dritten Quartal in Deutschland deutlich weniger umgesetzt. Die Erlöse gingen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 35,5 Prozent auf 566 Millionen Euro zurück, wie der Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland (BEVH) mitteilte. Das rasante Wachstum von Temu und Shein sei ins Stocken geraten, sagte Hauptgeschäftsführerin Alien Mulyk.

Als Grund für die schlechtere Entwicklung nannte sie die Verteuerung von Kleinsendungen aus Drittstaaten. „Den margenschwachen Niedrigpreisprodukten aus Asien setzen die höheren Abgaben deutlich zu“, sagte Mulyk. Der Marktanteil der drei größten asiatischen Plattformen im deutschen Onlinehandel ist den Angaben zufolge auf 3,1 Prozent gesunken, nachdem er zuvor stark gestiegen war und einen Rekordwert erreicht hatte. Im zweiten Quartal hatte der Marktanteil noch 5,3 Prozent betragen.

Die Zollfreigrenze von 150 Euro für Warensendungen aus Nicht-EU-Staaten ist im Juli weggefallen. Seitdem ist jede Sendung aus Drittstaaten zollpflichtig. Für Kleinsendungen bis 150 Euro ist pro Warengruppe eine Pauschale von 3 Euro fällig. Ab November gilt zudem eine Bearbeitungsgebühr von 2 Euro. Mit den Maßnahmen möchte die Politik die Einfuhr großer Mengen billiger Waren aus Drittstaaten in den europäischen Markt eindämmen.

Dem BEVH geht dies dennoch nicht weit genug. „Um für fairen Wettbewerb zu sorgen, muss die EU die Marktüberwachungsbehörden stärken und bestehendes Recht durchsetzen“, so Mulyk.

Der Onlinehandel in Deutschland verlor im dritten Quartal insgesamt an Schwung. Die Umsätze lagen 2,9 Prozent über dem Vorjahresquartal. Die Inflation ist dabei nicht berücksichtigt. Zwischen April und Ende Juni war der Markt noch um gut 5 Prozent gewachsen. Als Ursache nannte der Verband eine schlechtere Konsumstimmung.

Verwendete Quellen: als/dpa