Toter Vater unter Alkohol-VerdachtA3-Unfall bei Emmerich: Jetzt ist auch das Mädchen (3) tot

Polizei und Rettungskräfte sind nach dem schweren Unfall auf der Autobahn 3 im Einsatz.
Polizei und Rettungskräfte waren nach dem schweren Unfall auf der Autobahn 3 im Einsatz.
Guido Schulmann/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Erst stirbt der Vater, jetzt verliert auch seine kleine Tochter (3) den Kampf ums Leben.
Nach dem schweren A3-Unfall bei Emmerich ist das Kind seinen lebensgefährlichen Verletzungen erlegen – sein Vater (37) starb bereits am Unfallort. Gleichzeitig gibt es neue Fragen zum Unfallhergang: Die Polizei prüft Hinweise darauf, dass der 37-Jährige möglicherweise unter Alkoholeinfluss stand. Der möglicherweise beteiligte Lkw-Fahrer ist noch immer verschwunden.

Schwangere Mutter nicht mehr in Lebensgefahr

Die traurige Nachricht kommt drei Tage nach dem schweren Unfall: Das dreijährige Kind ist an seinen lebensgefährlichen Verletzungen gestorben. Das teilt die Polizei mit. Damit hat der A3-Unfall bei Emmerich nun zwei Todesopfer gefordert.
Bereits am Montagabend war der Vater des Mädchens ums Leben gekommen. Der Familienvater saß mit seiner schwangeren, 26 Jahre alten Partnerin und dem gemeinsamen Kind in einem VW Golf auf der A3 in Richtung Köln, als es in Höhe der Anschlussstelle Emmerich zu dem Unglück kam.

Die 26-Jährige hatte bei dem Unfall ebenfalls schwere Verletzungen erlitten und war in ein Krankenhaus gebracht worden. Inzwischen gibt es zumindest bei ihr eine erleichternde Nachricht: Nach Angaben der Polizei besteht keine Lebensgefahr mehr.
Das dreijährige Mädchen war nach dem Crash mit lebensgefährlichen Verletzungen per Rettungshubschrauber in eine Klinik geflogen worden. Jetzt steht fest: Die Ärzte konnten das Leben des Kindes nicht retten.

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Polizei sucht weiter nach flüchtigem Lkw-Fahrer

„Es gibt bei dem tragischen Unfall viele Fragezeichen, die es zu ermitteln gilt”, sagte der Sprecher. Am Unfallort hatte es demnach Hinweise gegeben, dass der getötete Fahrer des Autos möglicherweise unter Alkoholeinfluss gestanden haben könnte. Entsprechende Laborergebnisse stünden aber noch aus. 

Weiter offen ist die Frage, welche Rolle ein bislang unbekannter Lkw-Fahrer bei dem tödlichen Unfall spielte. Nach bisherigen Erkenntnissen wechselte der Fahrer eines Sattelzugs kurz vor dem Unglück vom rechten auf den linken Fahrstreifen. Der Familienvater versuchte offenbar auszuweichen, verlor die Kontrolle über seinen Golf und überschlug sich. Zu einer direkten Kollision mit dem Lkw kam es nach der bisherigen Spurenlage nicht.

Der Lastwagenfahrer setzte seine Fahrt fort. Die Polizei fahndet weiterhin nach ihm und ermittelt, inwieweit er an dem Unfall beteiligt war. Zeugen hatten eine dunkle Zugmaschine mit bulgarischem Kennzeichen beschrieben. Der Auflieger mit niederländischem Kennzeichen soll einen roten Überseecontainer geladen haben.

Die Polizei geht davon aus, dass der Fahrer des Lastwagens das Geschehen hinter sich bemerkt haben muss: Zeugen berichteten demnach, er habe kurz gebremst und sei dann weitergefahren. Außerdem seien die Unfallgeräusche laut hörbar gewesen, so ein Sprecher.

Um ihn ausfindig zu machen, werde unter anderem aktuell umfangreiches Videomaterial ausgewertet. „Wir hoffen auch weiterhin, dass er sich von selbst meldet, um zur Klärung des Unfallgeschehens beizutragen”, so der Polizeisprecher. (jve)

Verwendete Quellen: dpa