Kuriose Ansage an StudentenVerliebt euch jetzt! Chinesische Uni gibt verrückten Befehl

Interior view of a European-style building in the campus of Sichuan Southwest Vocational College of Civil Aviation in Chengdu city, southwest China's Sichuan province, 27 April 2016. A campus was hailed as "coming from fairytale" for its impressive European-style architecture. The campus of Sichuan Southwest Vocational College of Civil Aviation, which is located in Chengdu, capital of Southwest China's Sichuan province, costs 1 billion yuan ($154.5 million).
Luftfahrt-Studierende verlassen ihr Unigebäude. Ob sie die Blumen genießen werden?
picture alliance / dpa / Mao Chengshan

In China schrumpft und altert die Bevölkerung extrem. Die Ein-Kind-Politik hat das Land bereits aufgegeben, doch dies allein hilft offenbar nicht. Eine Uni leistet jetzt ihren Beitrag zum gewünschten Richtungswechsel.

Eine chinesische Universität hat ihre Studenten mit einer ungewöhnlichen Anweisung in die Frühlingsferien geschickt: Sie sollten „die Blumen genießen und sich verlieben“. Die Hochschule für Luftfahrt Sichuan Southwest gab auf der Online-Plattform WeChat als Motto für die unterrichtsfreie Zeit vom 1. bis zum 6. April „Seht die Blumen und genießt die Romantik“ aus.

Die Aufforderung, die Bücher beiseitezulegen, ist ein bemerkenswerter Schritt in Chinas stark leistungsorientierten Bildungssystem. Er passt zu den Bemühungen der Regierung, angesichts einer demografischen Krise neue Wege zu finden, um die Zahl der Eheschließungen, Geburten und den Binnenkonsum anzukurbeln.

2025 schrumpfte die Bevölkerungszahl Chinas bereits das vierte Jahr in Folge, während die Geburtenrate auf ein Rekordtief fiel. Indien hat die Volksrepublik inzwischen als bevölkerungsreichstes Land abgelöst. Passend dazu veröffentlichte die staatliche Planungskommission NDRC eine Richtlinie zur Förderung „kinderfreundlicher Städte“ durch bessere öffentliche Dienstleistungen.

Die Initiative der Hochschule greift eine Ankündigung der Regierung auf, zusätzlich zu den Sommer- und Winterferien auch im Frühling und Herbst unterrichtsfreie Zeiten einzuführen. Provinzen wie Sichuan und Jiangsu haben bereits Pläne für solche Frühlingsferien vorgestellt. Die Behörden in Peking hoffen, dass mehr Freizeit die 1,4 Milliarden Chinesen zu Reisen und anderen Freizeitaktivitäten anregt und so die heimische Wirtschaft stärkt. Zudem sollen die neuen Freiräume die Geburtenrate erhöhen.

James Liang, Mitbegründer des chinesischen Reisekonzerns Trip und anerkannter Demografie-Experte, begrüßte solche Initiativen. Die Gesellschaft brauche genug Zeit und Geld, um Kinder aufzuziehen. „Es sind größere Anstrengungen nötig, um junge Menschen über die sozialen und persönlichen Vorteile größerer Familien aufzuklären“, fügte Liang hinzu. Die Regierung könne zudem durch eine Umverteilung von Mitteln und mehr finanzielle Unterstützung bessere Rahmenbedingungen schaffen.

Bereits 2023 waren fast 300 Millionen Chinesen mindestens 60 Jahre alt - etwa 21 Prozent der Gesamtbevölkerung. Bis 2035 könnte ihre Zahl auf mehr als 400 Millionen steigen - dies ist mehr als die Gesamtbevölkerung der USA.

Verwendete Quellen: mpa/rts