Bis zu 8 Zentimeter großNosferatu- oder Hauswinkelspinne? So erkennt ihr den Unterschied

Groß, braun und behaart!
Der Herbst steht vor der Tür – und damit auch wieder zahlreiche Spinnen, die aufgrund der Kälte einen Weg ins warme Haus suchen. Das gilt auch für die sogenannte Nosferatu-Spinne. Die Jägerin ist nicht nur bis zu acht Zentimeter groß und kann springen – sie ist auch giftig! Aber woran erkennt man, dass es sich um die Nosferatu-Spinne und nicht um ihren harmlosen Doppelgänger, die Große Hauswinkelspinne, handelt?
Nosferatu-Spinne erkennen – darauf müsst ihr achten
Beide Spinnen sehen sich ähnlich. Der Blick auf den Vorderkörper liefert den entscheidenden Hinweis: Dort trägt die Nosferatu-Spinne eine dunkle Zeichnung, die mit etwas Fantasie an das Gesicht der Filmfigur Nosferatu erinnert. Genau diesem Muster verdankt die Spinne ihren deutschen Namen. Allerdings reicht ein vermeintliches Vampirgesicht allein nicht immer für eine sichere Bestimmung.
Video-Tipp: Das größte Spinnennetz der Welt
Es gibt aber noch weitere Unterschiede: Ausgewachsene Weibchen der Nosferatu-Spinne erreichen eine Körperlänge von bis zu 19 Millimetern, die Beinspannweite kann bei großen Tieren rund sechs Zentimeter betragen – im Extremfall sogar bis zu acht. Die Grundfarbe ist gelblich bis mittelbraun. Auf dem Hinterleib sitzt ein dunkler, länglicher Fleck, dazu kommen weitere dunkle Zeichnungen. Die Beine wirken vergleichsweise kräftig und sind gefleckt oder gepunktet.
Der Körper der Großen Hauswinkelspinne ist ähnlich groß. Sie fällt aber vor allem durch ihre sehr langen Beine auf. Sie ist unauffälliger und meist braun bis dunkelbraun. Auf dem Hinterleib hat sie die typische, namengebende Winkelzeichnung.
Unterschiede auch im Verhalten
Ein weiterer Unterschied besteht im Jagdverhalten: Die Nosferatu-Spinne baut kein Netz. Sie ist eine aktive Jägerin, überwiegend nachts unterwegs und überwältigt ihre Beute direkt. Wer eine große braune Spinne frei über Wand oder Boden laufen sieht, kann es also durchaus mit ihr zu tun haben. Die Große Hauswinkelspinne sitzt dagegen meistens an oder in ihrem Netz und lauert da auf ihre Opfer.
Lese-Tipp: Sie krabbelt überall! Nosferatu-Spinne jetzt in ganz Deutschland nachgewiesen
Die Nosferatu-Spinne ist inzwischen in Deutschland weit verbreitet
Die ursprünglich im Mittelmeerraum verbreitete Art wurde in Deutschland erstmals 2005 in Freiburg nachgewiesen. Bei einer großen Meldeaktion von NABU und Naturgucker kamen 2022 innerhalb weniger Wochen Tausende Beobachtungen zusammen.
Verwendete Quellen: Staatliches Museum für Naturkunde Karlsruhe, Arachnologische Gesellschaft, NABU


