Beschmiertes Geschäft, zerstochene ReifenHass auf Deutsche: Schon vor Saisonbeginn gibt es Proteste und Aktionen auf Mallorca

Das beschmierte Wellness-Studio einer deutschen Unternehmerin – und zerstochene Reifen an Mietwägen im Landesinneren.
Der Hass auf Urlauber und ausländische Geschäftsleute auf Mallorca scheint gewaltig zu sein. Brisant: Die Saison 2026 hat noch nicht einmal richtig begonnen. Und schon gibt es die ersten Vorfälle. Vieles deutet darauf hin: Das könnte für Touristen ein sehr unschönes Jahr auf der Sonneninsel im Mittelmeer werden.
Wellness- und Yoga-Studio von deutscher Influencerin beschmiert
Das nagelneue Studio der deutschen Unternehmerin Soraya Scheuring in Palma de Mallorca war noch nicht einmal einen Tag zur Probe offen, da regte sich schon Protest. Auf der Fassade und der Glasfront des „So Mallorca” prangten Graffitis. Die Botschaft: Touristen raus, das Viertel gehört uns. Das Logo des Ladens durchgestrichen. Zuerst hatte die Mallorca Zeitung darüber berichtet.
Monatelang hatte die Influencerin (bei Instagram: sorayas_world) für ihren Traum geschuftet. Nur um dann zu merken: Sie scheint nicht willkommen zu sein. Der Nachbarschaftsverband kritisierte den Angriff auf das Studio der Deutschen scharf. Auf seiner Facebook-Seite schreibt er: „Wir sind uns bewusst, dass es unterschiedliche Meinungen über die Entwicklung der Umgebung und über Themen wie den Tourismus geben kann. Wir sind jedoch fest davon überzeugt, dass solche Aktionen nicht zum Zusammenhalt im Viertel beitragen, sondern es vielmehr herabsetzen. Das ist kein Protest, sondern Vandalismus.” Der Verband plädierte auf „Respekt, Zusammenleben und Dialog”.
Das Problem: Die Graffiti-Attacke auf das Studio ist kein Einzelfall.
Mallorca: Reifen von Mietwagen zerstochen
Aus der Gemeinde Artà im Osten der Insel werden zerstochene Reifen von Mietwagen gemeldet. Aktionen, die sich offensichtlich ebenfalls gegen Urlauber richten. Solche Taten seien inakzeptabel, hieß es von der Gemeinde. Sie würden das Zusammenleben, das Bild von Artà und den Respekt vor gemeinschaftlich genutzten Räumen beschädigen.
Zugleich räumte die Gemeinde ein, dass die Debatte über Tourismus längst im Ort angekommen sei. In den vergangenen Jahren hätten der wachsende Druck auch auf Ressourcen bei einem Teil der Bevölkerung Sorgen ausgelöst. Dabei steht vor allem die Frage nach der Verfügbarkeit von Trinkwasser im Fokus, berichtet die Mallorca Zeitung.
Bereits im vergangenen Jahr hatte es unter anderem auf Mallorca immer wieder Proteste gegen Tourismus gegeben – aber nicht so früh wie in diesem Jahr.
Unterm Strich heißt das für die Mallorca-Saison 2026 wohl: Wer auf die Lieblingsinsel der Deutschen fliegt, muss mit in Teilen gereizter Stimmung und Protest rechnen. Der Urlaub könnte deshalb vor allem eines werden: unruhiger.
Verwendete Quelle: Mallorca Zeitung, eigene RTL-Recherche, Grupo Asociación Vencinos Y Vencinas Pere Garau


