DAS ist ein echter LiebestöterWann wird die schönste Nebensache der Welt eigentlich ungesund?
Kein Tabuthema!
Sex ist nicht gleich Sex, so viel ist wohl jedem klar. Intim zu werden, kann Körper und Seele gut tun. Aber es gibt Anzeichen, bei denen die Beteiligten hellhörig werden sollten. Worauf es bei gesundem Sex ankommt, erklärt Sexualmedizinerin Dr. Stefanie Kossow im RTL-Interview in unserem Video.
Warum gesunder Sex den Körper beruhigen kann
Dopamin, Oxytocin, Endorphine. Wenn Menschen Sex haben, arbeitet der ganze Körper mit. Herz, Kreislauf, Lunge und Muskeln kommen in Schwung. Gleichzeitig können beim Austausch von Körperflüssigkeiten Reize fürs Immunsystem entstehen. Das klingt nach einem kleinen Gesundheits-Booster. Doch gesunder Sex entsteht nicht automatisch, nur weil zwei Menschen intim werden. Entscheidend ist, dass Nähe freiwillig, sicher und stimmig bleibt.
Sexualmedizinerin Dr. Stefanie Kossow weiß: „Wenn wir guten Körperkontakt haben, also Hautkontakt, bedeutet das, dass der Blutdruck sinkt, der Puls sinkt, das Stresshormonlevel sinkt.“ Der Körper komme dadurch in einen Zustand der Entspannung.
Besonders spannend ist für die Expertin der Blick auf Beziehungen, die Menschen wirklich guttun.
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Wer sich in sozialen und sexuellen Verbindungen sicher fühlt, erlebt laut Kossow nicht nur mehr Nähe. Auf große Datenmengen bezogen sehe man sogar, „dass die Mortalitätsrate sinkt“, wenn Menschen in Beziehungen leben, „die uns gut tun und die uns im besten Sinne runterholen“.
Scham kann ein wichtiger Hinweis sein
Guter Sex ist für Dr. Kossow kein starrer Ablaufplan. Sie vergleicht Sexualität eher mit einem Spielplatz, einer Turnhalle oder einem Freiraum. Dort dürfe man ausprobieren und spüren, was passt. Auch ein unangenehmer Versuch kann laut Kossow ein Gewinn sein. „Okay, das war kacke, will ich nicht wieder“, sei eine wichtige Erfahrung, aus der man etwas über sich lernen könne. Es geht also nicht darum, perfekt zu funktionieren, sondern sich selbst besser kennenzulernen.
Warum das eigene Schamgefühl ein wichtiger Anhaltspunkt für gesunden Sex ist, erfahrt ihr im Video oben.
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Wann Sex der Gesundheit schadet
Sobald Sex zur Aufgabe wird, verliert er seinen guten Effekt. „Wenn wir Sex als Aufgabe, als Pflicht definieren, dann wird es eben zum Stressor“, erklärt die Sexualforscherin. Und genau dieser Druck macht aus etwas Entspannendem plötzlich etwas Belastendes.
Deshalb sollte nicht die Praktik im Mittelpunkt stehen. Auch nicht die Erwartung, dass am Ende zwingend ein Orgasmus stehen muss. Dr. Stefanie Kossow sagt klar: „Nicht die Praktik, sondern die Beziehung zu sich und zu der Partnerperson“ sei entscheidend. Also das Gefühl, gesehen zu werden, Nein sagen zu dürfen und Lust nicht abliefern zu müssen.
Damit Sex auch danach stressfrei bleibt, braucht es außerdem Aufklärung zu Verhütung und sexuell übertragbaren Krankheiten. Geschützt, freiwillig, informiert und mit respektierten Grenzen. Unter diesen Bedingungen kann gesunder Sex tatsächlich ziemlich viel Gutes im Körper anstoßen.
Verwendete Quellen: RTL-eigene Recherche



