Darlehen gesucht – Abo abgeschlossen?Inkasso-Inferno! Plötzlich wollen neun Firmen Geld von RTL-Zuschauer (69)
35 Briefe von zwei verschiedenen Inkasso-Unternehmen.
Rentner Horst Vink braucht vor einem Jahr dringend Geld. Seine Schwester ist überraschend gestorben, und er recherchiert im Internet nach einem Darlehen für die Beerdigungskosten. Einige Monate später fällt der 69-Jährige beim Öffnen seines Briefkastens aus allen Wolken: Ein Inkasso-Unternehmen behauptet, er habe ein Abo abgeschlossen. Und möchte Geld sehen.
Zuschauer Horst Vink bittet RTL um Hilfe
Bereits im ersten Brief fordert die Culpa Inkasso GmbH 160 Euro von RTL-Zuschauer Horst Vink. Und auf diesen Brief folgen noch viele weitere. Insgesamt wird er von zwei Inkasso-Unternehmen 35 Mal angeschrieben und mit Mahnungen unter Druck gesetzt. „Da sind aber noch nicht die Schreiben mitgerechnet, die mir der Rechtsanwalt König geschickt hat“, erzählt der Rentner. Bei insgesamt neun verschiedenen Anbietern soll er Abos abgeschlossen haben. Was auffällt: Zwar tragen diese Firmen deutsche Namen, ihren Sitz haben sie jedoch in England – und somit nicht in der EU. Für Verbraucher ist es dadurch erheblich schwieriger, sich gegen diese Machenschaften zu wehren.
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Albrecht König, der Rechtsanwalt, der Horst Vink mehrfach angeschrieben hat, fordert ebenfalls Geld und droht mit einem Gerichtsverfahren. Hier kann der Rentner einen Erfolg verbuchen: Er beschwert sich bei der Anwaltskammer Stuttgart über den dubiosen Anwalt und kurz darauf erhält er die Mitteilung, dass der Jurist tatsächlich seine Zulassung verliert.
Nach Kredit gesucht und dabei Abos abgeschlossen?
Doch gegen die beiden Inkasso-Unternehmen kommt der 69-Jährige nicht allein an. Die angeblich englischen Firmen behaupten laut Vink, dass ihnen eine IP-Adresse als Beleg für einen Vertragsabschluss reiche. Horst Vink sei mit seinem Smartphone oder Computer auf ihren Seiten Aboverträge eingegangen. Weitere Zuschauer kontaktieren uns und melden, dass sie ebenfalls nach Krediten gesucht und jetzt mit vermeintlichen Abo-Abschlüssen unter Druck gesetzt werden.
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Wir suchen die Culpa Inkasso GmbH auf, um mit den Mitarbeitern über die Mahnbescheide zu sprechen. Und werden gebeten, unser Anliegen schriftlich einzureichen. Daraufhin wird uns zugesichert, die Forderungen gegen unsere Zuschauer nicht weiter zu verfolgen. Was Oliver Buttler von der Verbraucherzentrale Stuttgart zu solchen vermeintlichen Kreditangeboten sagt und wie er die rechtliche Lage einschätzt – das seht ihr oben im Video.
Verwendete Quellen: eigene RTL-Recherche


