Gut gemeint ist nicht gleich gut gemacht!An diesen Stellen solltet ihr Hunde besser nicht streicheln

Viele Hunde genießen die Nähe zu ihren Menschen – aber längst nicht jede Berührung!
Eine Hundetrainerin erklärt, welche Körperstellen für viele Vierbeiner tabu sind, woran ihr erkennt, ob euer Hund das Streicheln wirklich mag und warum Kuscheln für Hunde etwas ganz anderes bedeutet als für uns Menschen.
Menschlicher Kuschel-Reflex kann Hunde überfordern
Kaum sieht man einen Hund, wandert die Hand fast automatisch Richtung Kopf. Ein kurzes Tätscheln, etwas Kraulen hinter den Ohren oder eine Streicheleinheit über den Rücken – viele Menschen zeigen ihre Zuneigung genau so. Doch was für uns liebevoll gemeint ist, kann für Hunde unangenehm sein oder sogar Stress auslösen.
Darauf macht die Stuttgarter Hundetrainerin Isabel Scheu auf ihrer Website aufmerksam. Ihrer Einschätzung nach ist Streicheln keine Selbstverständlichkeit, sondern eine Form der Kommunikation. Entscheidend sei deshalb nicht, was wir Menschen mögen, sondern was der Hund in diesem Moment zulässt.
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Warum Streicheln für Hunde etwas anderes bedeutet
Menschen drücken ihre Zuneigung häufig durch Berührungen aus. Hunde kommunizieren dagegen auf andere Weise. Wie Isabel Scheu erklärt, gehören ständige Berührungen nicht zu ihrem natürlichen Sozialverhalten. Zwar suchen sie die Nähe zu vertrauten Menschen oder Artgenossen, dauerhaftes Kuscheln oder Streicheln kennen sie jedoch nicht.
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Viele Hunde lernen deshalb erst im Laufe ihres Lebens, Berührungen als angenehm zu empfinden – vorausgesetzt, sie fühlen sich dabei sicher und können selbst entscheiden, ob sie Nähe zulassen möchten oder eben nicht.
Ein freundlicher Hund bedeutet deshalb nicht automatisch, dass er auch gestreichelt werden möchte. Das gilt besonders für fremde Hunde oder Tiere in ungewohnten Situationen. Scheu empfiehlt deshalb eine einfache Regel: Erst den Halter fragen, dann den Hund beobachten und erst danach – wenn der Hund offen und entspannt wirkt – vorsichtig Kontakt aufnehmen.
Streicheln: An diesen Körperstellen mögen es viele Hunde nicht
Vor allem vier Körperregionen empfinden viele Hunde als unangenehm:
Dazu gehört der Kopf. Besonders das Streicheln oder Tätscheln von oben können Hunde verunsichern, weil sich eine Hand direkt auf sie zubewegt.
Auch die Pfoten zählen zu den empfindlichsten Bereichen des Körpers. Viele Hunde lassen sie nur berühren, wenn sie langsam daran gewöhnt wurden – etwa für die Krallenpflege.
Ebenfalls sensibel ist die Rute. Berührungen am Schwanz empfinden viele Vierbeiner als unangenehm oder reagieren darauf gereizt.
Überraschend ist für viele Hundebesitzer außerdem der Bauch. Dreht sich ein Hund auf den Rücken, werde das häufig als Einladung zum Kraulen verstanden. Laut Isabel Scheu steckt dahinter jedoch nicht immer Entspannung. Oft könne dieses Verhalten auch Unsicherheit oder Beschwichtigung ausdrücken.
Streicheln an diesen Stellen ist für viele Hunde angenehmer
Natürlich gibt es auch Körperstellen, an denen viele Hunde Berührungen eher genießen. Nach Angaben der Hundetrainerin reagieren viele Vierbeiner positiv auf ruhiges Streicheln seitlich am Hals, unter dem Kinn, an Brust oder Schulter sowie – je nach Hund – am Rücken. Manche mögen auch sanftes Kraulen hinter den Ohren.
Wichtig sei dabei vor allem die Art der Berührung. Ruhige, gleichmäßige Bewegungen wirken auf viele Hunde deutlich angenehmer als hektisches Tätscheln oder plötzliches Greifen von oben.
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So erkennst du, ob ein Hund das Streicheln genießt – oder nicht
Ob sich ein Hund wohlfühlt, verrate seine Körpersprache: Ist er entspannt, bleiben seine Muskeln locker, die Augen wirken weich und er sucht weiterhin eure Nähe oder lehnt sich sogar leicht an euch. Manche Hunde seufzen zufrieden oder kommen von selbst zurück, wenn ihr aufhört, zu streicheln. Das ist oft ein deutliches Zeichen dafür, dass sie die Berührung genießen.
Mindestens genauso wichtig sei es aber, Warnsignale zu erkennen! Dreht der Hund den Kopf weg, leckt sich wiederholt über die Schnauze, gähnt auffällig, wird plötzlich steif oder zieht sich zurück, fühlt er sich häufig nicht mehr wohl. Werden die Ohren angelegt oder die Rute eingezogen, solltet ihr die Berührung ebenfalls beenden. Knurren oder Zähnezeigen sind schließlich eindeutige Warnsignale, dass der Hund mehr Abstand möchte.
Respekt stärkt die Beziehung zum Hund
Wer einen Hund streichelt, sollte deshalb nicht nur die eigene Zuneigung zeigen wollen, sondern vor allem auf die Bedürfnisse des Tieres achten. Eine enge Bindung entsteht nicht dadurch, dass ein Hund möglichst viel gekuschelt wird. Sie wächst vor allem dann, wenn seine Grenzen respektiert werden.
Manchmal zeige ein Hund seine Zuneigung nicht durch Körperkontakt, so die Expertin, sondern einfach dadurch, dass er freiwillig eure Nähe sucht. Und genau das sei oft das größte Vertrauenszeichen!
Verwendete Quelle: Pfotenliebe Stuttgart


