Beim Sex aufklebenPflaster gegen Blasenentzündung – ist das die Rettung?

von Anna Schröjahr und Anna Kriller

Ein Pflaster gegen Blasenentzündung – das klingt für viele Frauen wie eine Erlösung!
Jede zweite Frau erkrankt mindestens einmal im Leben an einer Blasenentzündung. Bei vielen kommt die dann immer wieder. Wie das Pflaster funktioniert, wie wir uns vor Blasenentzündungen schützen und was hilft, wenn es uns doch erwischt hat, erklärt Urologin Dr. Lina Schulte-Kiefer.

So funktioniert das Pflaster gegen Blasenentzündung

Viele Frauen kennen es: Nach dem Sex meldet sich die Blase. Aus schönen Stunden werden so schnell tage- oder sogar wochenlange Schmerzen. Um diesen Frauen zu helfen, hat Chemikerin Cordula Loock gemeinsam mit ihrem Mann ein Pflaster entwickelt, das sich Frauen vor dem Sex auf den Eingang der Harnröhre kleben können. Der Grund: Gelangen Bakterien beim Sex in die Harnröhre, kann dies eine Blasenentzündung auslösen. Ist der Eingang geschützt, können auch keine Bakterien hineingelangen.

Wie gut das tatsächlich funktioniert, haben wir im Video oben getestet. „Ich finde es einen super spannenden Ansatz, zumal es eben diese mechanisch anatomische Komponente adressiert, die ja sonst in dieser Therapielandschaft eher so ein bisschen weniger stattfindet”, sagt auch Urologin Dr. Lina Schulte-Kiefer bei Punkt 12. „Und wenn es dazu führt, dass Frauen in diesem Kontext dann weniger Infekte haben oder die vielleicht sogar ganz verhindert werden, wäre das natürlich ein großer Erfolg.”

Warum bekommt man Blasenentzündungen oft nach dem Sex?

Dass viele Frauen vor allem nach dem Sex zu Blasenentzündungen neigen, liegt daran, dass Bakterien dann durch Bewegung, Reibung und gereizte Schleimhäute leichter in die Harnröhre gelangen und von dort in die Blase aufsteigen können. Bei Frauen ist die Harnröhre kurz und liegt nah an Scheide und Darmausgang, darum sind sie eher betroffen als Männer. „Das sind meistens auch leider die eigenen Bakterien, die da eine Rolle spielen”, erklärt Schulte-Kiefer.

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Kann ich einer Blasenentzündung vorbeugen?

„Es gibt ganz, ganz viele verschiedene Prophylaxemaßnahmen”, sagt die Urologin. Da gehören erst mal diese ganzen allgemeinen Maßnahmen dazu: regelmäßig trinken, regelmäßig zur Toilette gehen, die Blase entspannt entleeren. Das sind ganz viele Dinge. Es gibt pflanzliche Produkte, die helfen, wenn man dazu neigt. Nichtsdestotrotz gibt es, wenn gar nichts anderes mehr hilft und Cranberry, Mannose, das alles auch schon ausprobiert worden ist, auch eine Langzeitantibiotika-Prophylaxe, die man theoretisch machen kann, ganz niedrig dosiert. Seit ein paar Monaten gibt es auch ein in Deutschland zugelassenes Präparat, was nicht antibiotisch ist, aber trotzdem antibakteriell wirkt, desinfizierend, was auch über eine längere Zeit eingenommen wird und zumindest in Studien den gleichen Effekt hat wie das Antibiotikum.”

Wie funktioniert die Impfung gegen Blasenentzündung?

„Es gibt eine Immunmodulation, die sagt dem Körper quasi ‘Hey, guck mal, so sieht das Bakterium, der Feind, aus. Und sei mal besser vorbereitet’”, erklärt Schulte-Kiefer. Die gebe es als klassische Impfung, die dreimal gegeben wird. „Im Abstand von ungefähr zwei Wochen kann man dann, wenn es gut funktioniert, nach einem Jahr noch mal auffrischen.” Zudem gebe es in Deutschland noch ein zweites verfügbares Präparat: „Das ist eine Tablette, die wird über 90 Tage jeden Abend eingenommen.”

Geimpft werde man bei einer Urologin oder einem Urologen. Die Kosten liegen bei rund 180 Euro, teilweise werden die Kosten aber von den Krankenkassen übernommen. Hierfür lohnt es sich, einen Antrag zu stellen, rät die Expertin.