Vorsicht vor Infektionen!Warnung für die Ostsee – besser nicht baden, wenn man eine Wunde hat

Ostseebad Rerik
Wenn die Ostsee warm wird, vermehren sich Vibronen rasant (Archivbild)
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Warme Ostsee bedeutet mehr Vibrionen.
Sie sind winzig und doch könnten sie so manchem Urlauber die Ferien verderben: Vibrionen. Die kleinen Bakterien dringen über offene Hautstellen in den Körper ein. Je wärmer das Wasser, umso aktiver sind die kleinen Störenfriede. Experten geben Tipps, um Infektionen zu verhindern.

Auf Hautreaktionen achten

Mit dem Ferienbeginn und einem Blick auf sommerliche Temperaturen warnt Schleswig-Holsteins Landeshauptstadt vor einem erhöhten Vibrionen-Risiko in der Ostsee. Die natürlich im Meer vorkommenden Bakterien können über verletzte Haut in den Körper eindringen und Infektionen auslösen, erklärte die Stadt. Solche Fälle sind zwar selten, doch Vorsichtsmaßnahmen können das Risiko senken.

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So sollte den Angaben nach bei offenen, größeren oder frischen Wunden das Baden oder Waten in warmem Ostseewasser vermieden werden. Bei kleineren Wunden sei eine möglichst wasserdichte Abdeckung wichtig. Wenn eine Wunde doch mit Ostseewasser in Kontakt gekommen sei, müsse diese gründlich mit sauberem Leitungswasser ausgespült und beobachtet werden.

Laut Stadt sollen Badende nach dem Wasserkontakt auf lokale Hautreaktionen achten. Rötet sich eine Wunde oder ein Kratzer rasch, schwillt stark an, pocht oder schmerzt heftig – oft zusammen mit Fieber oder Schüttelfrost –, muss sofort ein Arzt oder die Notaufnahme aufgesucht werden. Das medizinische Personal sollte unbedingt erfahren, dass Ostseewasser im Spiel war.

Was sind Vibrionen?

Vibrio vulnificus ist laut dem Gesundheitsministerium in Kiel ein Bakterium, das natürlicherweise in Meer- und Brackwasser lebt. Es liebe Salz, bevorzuge aber weniger salzhaltige Gewässer wie die Ostsee. Im Winter, wenn das Wasser länger kalt bleibt, falle es in einen inaktiven Zustand und könne nicht nachgewiesen werden.

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Steigt die Wassertemperatur im Sommer auf mehr als etwa 20 Grad, werden Vibrionen den Angaben zufolge aktiv. Ihre Konzentration im Wasser kann dann deutlich zunehmen. Auch bei sinkenden Temperaturen bleiben die Bakterien mehrere Wochen aktiv.

Badegewässer im Norden top

Die Qualität an den Badegewässern in Schleswig-Holstein ist nach bisher vorliegenden Proben einwandfrei. Dies teilte das Gesundheitsministerium Ende Mai mit. Insgesamt hätten die Behörden der Kreise und kreisfreien Städte mehr als 300 Proben der 330 Badegewässern im Land genommen - an allen Badestellen sei daher unbeschwertes Baden möglich.

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Grundlage für die Einstufungen sind laut dem Ministerium Gewässerproben, die die Behörden regelmäßig vor Ort entnehmen. Sie seien für die Überwachung der Qualität und für mögliche Maßnahmen vor Ort verantwortlich. Neben der Entnahme und Analyse von Wasserproben fänden dazu auch Ortsbesichtigungen statt - dabei werde etwa die Sichttiefe bestimmt sowie auf mögliche Verschmutzungen und Algenentwicklungen geachtet. (dpa/ajo)

Verwendete Quellen: dpa