Grippe-Saison startet! Warum Experten jetzt schon Alarm schlagen

Die Grippe-Saison steht vor der Tür.
Die Grippe-Saison steht vor der Tür.
Andrii Starunskyi

Nur jedes zehnte Risikokind ist geschützt!
Die Temperaturen sinken, Herbst und Winter stehen vor der Tür – und damit rückt auch die nächste Grippe-Saison näher. Doch ausgerechnet viele Kinder und Jugendliche, für die eine Influenza besonders gefährlich werden kann, sind nicht geschützt. Experten schlagen deshalb schon jetzt Alarm.

Für diese Kinder kann eine Grippe besonders gefährlich werden

Nur rund zehn Prozent der Kinder und Jugendlichen mit gesundheitlichen Risikofaktoren in Deutschland sind gegen Grippe geimpft. Das geht aus einer Analyse des Robert Koch-Instituts (RKI) hervor. Untersucht wurden Abrechnungsdaten der Kassenärztlichen Vereinigungen aus insgesamt elf Grippesaisons zwischen 2014 und 2025. Bleibt die Impfquote auf diesem niedrigen Niveau, könnten laut RKI in der kommenden Grippesaison hochgerechnet rund 1,1 Millionen Kinder und Jugendliche mit Grunderkrankungen ohne Grippe-Impfschutz sein.

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Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt die Grippeimpfung unter anderem für Kinder mit chronischen Atemwegs- oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie mit Diabetes oder Adipositas. Denn für sie kann eine Influenza deutlich gefährlicher werden als für gesunde Gleichaltrige. Sie haben laut Stiko ein erhöhtes Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf. Im schlimmsten Fall kann eine Behandlung im Krankenhaus oder sogar auf der Intensivstation notwendig werden. Auch tödliche Verläufe sind möglich.

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Die Stiko appelliert deshalb „eindringlich“ an Eltern, Kinder und Jugendliche mit entsprechenden Risikofaktoren, sich rechtzeitig schützen zu lassen. Die Grippeimpfung wird jährlich im Herbst oder Winter empfohlen und kann insbesondere vor schweren Verläufen schützen.

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Warum werden so wenige Kinder gegen Grippe geimpft?

„Häufig wird die Grippe nicht als Bedrohung wahrgenommen, das ist möglicherweise ein Hauptgrund“, erklärt Barbara Gärtner, Fachärztin für Medizinische Mikrobiologie, Virologie und Infektionsepidemiologie am Universitätsklinikum des Saarlandes.

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Daneben spielten offenbar ganz alltägliche Gründe eine Rolle: Eltern vergessen die jährliche Impfung oder werden in der Arztpraxis nicht darauf angesprochen. Die Angst vor möglichen Nebenwirkungen sei Studien zufolge dagegen nur von untergeordneter Bedeutung. Mit Blick auf die bevorstehende Grippesaison lautet die Botschaft der Experten deshalb: Besonders gefährdete Kinder sollten rechtzeitig geschützt werden. (lmi)

Verwendete Quellen: dpa, Robert Koch Institut