Kaum einer kennt ihn ...Frauen aufgepasst! Dieser Blutwert kann euer Leben retten

von Kathrin Degen, Linda Lux und Svenja Hoffmann

Diese drei Buchstaben solltet ihr kennen!
Ein zu hoher Cholesterinwert kann gefährlich werden, das wissen wohl die meisten. Doch neben dem bekannten „bösen” LDL-Wert gibt es einen, der uns – ist er erhöht – noch gefährlicher werden kann. Warum das „Lipoprotein klein a” so gefährlich ist, erklären wir im Video. Außerdem hat Dr. Karsten Behle, Internist aus Köln, im RTL-Interview verraten, warum insbesondere Frauen in den Wechseljahren ihren LP(a)-Wert kennen sollten.

Noch nie von LP(a) gehört? Warum ihr diesen Blutwert kennen solltet

Die meisten Menschen dürften schon mal von den beiden Blutfettwerten LDL (Low Density Lipoprotein) und HDL (High Density Lipoprotein) gehört haben. Während LDL den eigentlich lebensnotwendigen Stoff Cholesterin in die Körperzellen befördert, wo er Schaden anrichten kann, transportiert HDL Cholesterin zurück in die Leber, wo es abgebaut werden kann, wie unter anderem die Schweizerische Herzstiftung auf ihrer Website erklärt. Daher ist HDL auch als „gutes” und LDL als „böses” Cholesterin bekannt.

Für alle, die sich nie merken können, was HDL und LDL ist, welches das „gute” und welches das „böse” Protein ist, für die hat Dr. Karsten Behle, Internist aus Köln, im RTL-Interview eine Eselsbrücke verraten:

  • Das gute Cholesterin ist das HDL-Cholesterin – das „Hab dich lieb”-Cholesterin.

  • Das schlechte LDL-Cholesterin hingegen ist das „Lass das lieber sein”-Cholesterin.

Nun gibt es aber auch noch das sogenannte Lipoprotein klein a – kurz: LP(a). Auch dieses Lipoprotein transportiert Cholesterin durch den Körper, allerdings kann es uns wesentlich gefährlicher werden als das LDL. Denn das LP(a) ist genetisch bedingt und gilt als individueller Risikomarker für Schlaganfälle und Herzinfarkte. Im Gegensatz zum LDL, das mit Cholesterinblockern daran gehindert werden kann, uns zu schaden, gibt es gegen zu hohe LP(a)-Werte kein Medikament. Das Problem: Nur die wenigsten Menschen wissen überhaupt, dass es das LP(a) gibt und dass man den Wert mittels Blutuntersuchung bestimmen kann. Dabei sei das insbesondere für Frauen in den Wechseljahren so wichtig.

Warum Frauen in den Wechseljahren ihren LP(a)-Wert checken lassen sollten

Besonders Frauen in den Wechseljahren sollten ihren LP(a)-Wert kennen, mahnt Dr. Behle. Es sei nämlich so, dass durch das abfallende Östrogen „mehr von diesem ‘Lipoprotein klein a’-Parikel gebildet wird”. Bedeutet: Der LP(a)-Wert könne bei Frauen in den Wechseljahren plötzlich ansteigen.

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Daher empfiehlt Dr. Behle Frauen, bei denen der Wert vor den Wechseljahren „grenzwertig oder noch halbwegs normal” war, den LP(a)-Wert während der Wechseljahre nochmals überprüfen zu lassen, um zu schauen, „ob das nicht vielleicht hochgegangen ist”.

Doch nicht nur Frauen kann ein zu hoher LP(a)-Wert gefährlich werden, wie der Fall von Andreas Degen zeigt. Lange Zeit ging er davon aus, dass sein Blut regelmäßg auf alles Wichtige untersucht würde, doch falsch gedacht! Sein LP(a)-Wert war lange Zeit nie überprüft worden, dabei liegt er bei hohen 130 mg/dl – normal sind 30. Was diese Diagnose für ihn bedeutet, erklären wir im Video oben.

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Warum ist Lipoprotein klein a – LP(a) –nur so wenigen Menschen bekannt?

Doch warum weiß eigentlich kaum einer, dass es den LP(a)-Wert überhaupt gibt, wenn er doch so wichtig ist? „Es ist halt kein Bestanteil der Standarddiagnostik, also in der Kassendiagnostik ist das so nicht abgebildet. Das muss man selber bezahlen, wenn man das bestimmt haben möchte”, verrät Dr. Behle.

Rund 20 Euro koste es laut dem Internisten, diesen Wert messen zu lassen – und das zu tun, empfiehlt Dr. Behle jedem.

Was tun, wenn der LP(a)-Wert zu hoch ist?

Bringt es mir überhaupt etwas, meinen LP(a)-Wert zu kennen, wenn es keine Medikamente gegen einen zu hohen Wert gibt, dürften sich jetzt viele fragen. Und die Antwort lautet: Ja! Auch wenn man den LP(a)-Wert an sich nicht durch äußere Einflüsse senken kann, so erklärt die Deutsche Herzstiftung auf ihrer Website, dass es bei einem zu hohen LP(a)-Wert wichtig sei, „das Lipid-bezogene Risiko insgesamt zu senken”.

Bedeutet: Durch Nichtrauchen, körperliche Aktivität, regelmäßige Kontrolle von Blutdruck und Blutzucker sowie die Senkung des LDL-Cholesterins könne man das Gesamtrisiko für Gefäßerkrankungen senken.

Verwendete Quelle: eigene RTL-Recherche, Schweizerische Herzstiftung, Deutsche Herzstiftung