Gesundheitslexikon: HDL-Cholesterin (High Density Lipoprotein)

29. November 2018 - 15:55 Uhr

HDL-Cholesterin – wichtig für den Cholesterinstoffwechsel

Das HDL-Cholesterin wird immer häufiger in Zusammenhang mit Arteriosklerose genannt. Wofür das HDL-Cholesterin steht und welche Auswirkungen es auf den Körper hat, lesen Sie hier.

Was ist das HDL-Cholesterin?

Als HDL wird ein Lipoprotein bezeichnet, das im Cholesterinstoffwechsel eine wichtige Rolle spielt. HDL steht für "High Density Lipoprotein" und weist somit auf die hohe Dichte (density) des Proteins hin. HDL ist ein historischer Begriff, der durch das Verhalten des Lipoproteins in der Ultrazentrifuge geprägt wurde. Das HDL wird auch als Alphalipoprotein bezeichnet und gilt im Cholesterinstoffwechsel als Gegenspieler des LDL (Low Density Lipoprotein). HDL wird durch Cholesterin aufgebaut – HDL und HDL-Cholesterin sind somit dasselbe. Hohe HDL-Cholesterin-Werte werden als unbedenklich eingestuft.

Vorkommen

Das HDL-Cholesterin entsteht in mehreren Stufen und befindet sich im Blutkreislauf. Zunächst werden im Epithel des Darms und der Leber Vorläufer des HDL gebildet. Diese gehen in den Blutkreislauf über. Verschiedene Stoffe wie Cholesterin und Phospholipide lagern sich nun an den HDL-Vorläufern ab, und es entsteht HDL beziehungsweise HDL-Cholesterin. Sowohl HDL als auch HDL-Cholesterin bezeichnen dasselbe Lipoprotein, da ein wichtiger Bestandteil des Lipoproteins aus Cholesterin gebildet wird. Weitere Einflussfaktoren wie das Enzym Lecithin-Cholesterin-Acetyltransferase sind ebenfalls wichtig für den Aufbau des HDL-Cholesterins im Blutkreislauf.

Funktion

Das HDL gilt als wichtiger Gegenspieler des LDL. Während LDL-Cholesterin für die Versorgung der Zellen mit Cholesterin zuständig ist, wird HDL für den Abtransport von Cholesterin benötigt. Ein hoher Cholesterinspiegel wird deshalb auch weiter unterteilt in LDL-Cholesterin und HDL-Cholesterin. Eine Hypercholesterinämie wird insbesondere durch einen erhöhten LDL und einen niedrigen HDL-Spiegel bestätigt. Als aufnehmender Transporter spielt HDL auch bei Arteriosklerose eine wichtige Rolle. So kann ein hoher HDL-Spiegel den Abtransport von lagerndem Cholesterin an den Arterienwänden gewährleisten und der Atheriosklerose entgegenwirken.

Was passiert bei einem Mangel oder Überschuss?

Ein Mangel an HDL-Cholesterin verursacht eine erhöhte Chance an Arteriosklerose zu erkranken. Da HDL für den Abtransport des Cholesterins verantwortlich ist, kann durch einen mangelnden HDL-Spiegel ein geregelter Abtransport des Cholesterins nicht gewährleistet werden. Das Cholesterin kann sich somit an den Arterienwänden ablagern und eine Arteriosklerose auslösen. Besonders ungünstig erscheinen in Verbindung mit einem niedrigen HDL-Spiegel erhöhte Werte des LDL-Cholesterins. LDL versorgt die Zellen mit Cholesterin und kann sich dabei in den Arterienwänden verhaken. Hierbei wird Cholesterin freigesetzt und kann wegen des niedrigen HDL-Spiegel nicht mehr zuverlässig abtransportiert werden.

Wie wird es in der Medizin eingesetzt?

Durch eine bewusste und fettarme Ernährung kann der Cholesterinspiegel gesenkt werden. Hierbei werden Sowohl LDL- als auch HDL-Cholesterin abgesenkt. Ein kontrollierter Aufbau des HDL- und ein gleichzeitiger Abbau des LDL-Cholesterins sind nicht möglich, da HDL immer einen Bestandteil des gesamten Cholesterinhaushaltes darstellt. Jedoch können durch den Verzicht auf fettreiche Nahrungsmittel das LDL- und HDL-Cholesterin in ein gesundes Verhältnis gebracht werden. Die reguläre Kontrolle des HDL- und LDL-Cholesterinhaushaltes kann in Kombination mit ernährungsberatenden Gesprächen die Arteriosklerosechance bei vielen Patienten mindern.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.