Kühle Morgen und warmer TageAb wann lohnt sich die Heizung? Diese Temperatur ist der Richtwert

Die ersten kühlen Morgen sind da, doch wann lohnt sich der Griff zum Thermostat wirklich?
Die ersten kühlen Morgen sind da, doch wann lohnt sich der Griff zum Thermostat wirklich?
m-gucci/iStock via Getty Images

Im September wird es morgens und abends langsam kühler. Doch wann sollte die Heizung wieder angeschaltet werden? Ein bestimmter Richtwert hilft bei der Entscheidung - und auch beim Energiesparen.

Die ersten kühlen Tage sind da, doch tagsüber klettern die Temperaturen oft noch auf sommerliche Werte. Da stellt sich jedes Jahr die gleiche Frage: Ab wann sollte die Heizung wieder laufen? Einen festen Termin gibt es dafür nicht. Entscheidend ist vielmehr, wie warm es in der Wohnung tatsächlich ist.

Nicht der Kalender entscheidet, sondern die Raumtemperatur

Ob die Heizung benötigt wird, lässt sich nicht allein am Datum festmachen. Auch eine bestimmte Außentemperatur ist nur ein grober Anhaltspunkt, denn Dämmung, Gebäudezustand, Sonneneinstrahlung und persönliche Wohlfühltemperatur spielen ebenfalls eine Rolle.

Als Richtwert gilt: Wohnräume sollten tagsüber etwa 20 Grad warm sein. Die Verbraucherzentrale empfiehlt für Wohn- und Schlafräume in der Heizperiode mindestens 16 bis 18 Grad, wobei die konkrete Temperatur vom Raum und der Nutzung abhängt.

Wer also morgens friert und feststellt, dass die Wohnung dauerhaft deutlich unter diesen Temperaturen liegt, kann die Heizung guten Gewissens wieder einschalten.

Diese Temperaturen sind für die einzelnen Räume sinnvoll

Nicht jeder Raum muss gleich warm sein. Wer die Temperatur an die Nutzung anpasst, kann Energie sparen. Im Wohnzimmer sollte es etwa 20 Grad haben, für das Schlafzimmer sind etwa 16 bis 18 Grad ideal. 18 Grad ist ein guter Richtwert für die Küche.

Die Verbraucherzentrale warnt davor, wenig genutzte Räume vollständig auskühlen zu lassen. Unter 16 Grad steigt insbesondere bei höherer Luftfeuchtigkeit das Schimmelrisiko. Das Umweltbundesamt empfiehlt für Schlafräume ebenfalls, möglichst nicht dauerhaft unter 16 Grad zu kommen.

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Was bedeutet Stufe 1, 2 oder 3 am Thermostat?

Ein häufiger Irrtum: Die Zahlen auf dem Thermostat geben nicht die Heizleistung an. Sie stehen ungefähr für bestimmte Raumtemperaturen. Bei einem üblichen Thermostat entsprechen die Stufen etwa folgenden Werten: Stufe 1 beträgt 12 Grad, Stufe 2 beträgt 16 Grad, Stufe 3 bedeutet 20 Grad, Stufe 4 beträgt 24 Grad und Stufe 5 liegt bei 28 Grad.

Wer also 20 Grad erreichen möchte, sollte das Thermostat in der Regel auf Stufe 3 stellen. Auf Stufe 5 wird der Raum nicht schneller warm - die Heizung heizt lediglich länger beziehungsweise bis zu einer höheren Zieltemperatur.

Heizung nicht zu früh und nicht zu spät einschalten

Wer Energie sparen möchte, muss nicht bei jedem kühlen Septembermorgen sofort die gesamte Wohnung beheizen. Ist es tagsüber noch angenehm warm, kann die Heizung zunächst ausgeschaltet bleiben.

Anders sieht es aus, wenn die Räume über längere Zeit deutlich auskühlen. Dann sollte nicht gewartet werden, bis die Wohnung nur noch 15 oder 16 Grad erreicht. Regelmäßiges und moderates Heizen hilft auch dabei, Feuchtigkeit und Schimmel vorzubeugen.

Ein Thermometer kann dabei hilfreicher sein als das eigene Gefühl. Wer zusätzlich ein Hygrometer aufstellt, kann auch die Luftfeuchtigkeit im Blick behalten.

Ein Grad weniger kann Heizkosten sparen

Auch wenn die Heizung wieder läuft, muss es nicht gleich 23 oder 24 Grad warm werden. Laut Verbraucherzentrale reduziert bereits ein Grad weniger Raumtemperatur den Energieverbrauch um etwa sechs Prozent.

Das kann sich über eine gesamte Heizperiode bemerkbar machen. Gleichzeitig sollte die Temperatur nicht so weit abgesenkt werden, dass die Wohnung auskühlt oder sich Feuchtigkeit an kalten Wänden sammelt.

Richtig lüften, wenn die Heizung läuft

Mit Beginn der Heizperiode wird auch das richtige Lüften wieder wichtiger. Statt Fenster über längere Zeit gekippt zu lassen, empfiehlt die Verbraucherzentrale regelmäßiges Stoßlüften. Dabei werden die Fenster für einige Minuten weit geöffnet und anschließend wieder geschlossen.

Während des Lüftens sollte die Heizung heruntergedreht werden. So geht weniger Wärme verloren.