Das Ergebnis haut Experten umDer große Benzin-Report: Welcher Treibstoff verbraucht am wenigsten?
„Wenn ich E10 tanke, dann kann das nur kaputtgehen.“
Vier Testwagen, viele Tipps – und am Ende ist klar, womit und wie man tatsächlich Sprit sparen kann! Schon an der Tankstelle überlegen Kunden, ob sie E5 oder E10 tanken sollen. Doch E10 soll den Motor schädigen, heißt es. Oder doch nicht? Auch die Fahrweise hat einen großen Einfluss auf den Verbrauch. All das klären wir in unserem Test.
E10 tanken? Oder lieber auf Nummer sicher gehen und bei E5 bleiben?
Der Ruf des klimafreundlicheren Super-Kraftstoffs E10 ist nicht der beste. Das weiß auch der ADAC. Dabei kann man ihn seit 2011, also seit 15 Jahren, bei uns tanken. „Insgesamt wissen wir, dass ungefähr 30 Prozent der Autofahrer E10 tanken, also 70 Prozent tanken noch normales Super. Das Kuriose daran ist, dass nahezu alle Autos eigentlich E10 vertragen würden”, sagt Fabian Faehrmann, Unternehmenssprecher des Automobilklubs.
An der Tankstelle fragen wir eine Kundin, die gerade E5 tankt, warum sie nicht auf das günstigere E10 zurückgreift. Ihr Sohn habe ihr das ausgeredet. Eine andere Frau meint: „Ich glaube, das hat sich einfach so eingebrannt, dass man davon ausgeht, wenn ich E10 tanke, dann kann das nur kaputtgehen.”
Lese-Tipp: Spritpreisbremse tritt in Kraft! Wann tanke ich jetzt am günstigsten?
Ob das wirklich so ist, testen wir mit zwei baugleichen Neuwagen. Der Kfz-Sachverständige Sascha Legill begleitet diesen Test und sorgt vor dem Start für gleiche Bedingungen in puncto Ausstattung, Luftdruck, Reifen. Und auch den Tank. Jede Kleinigkeit kann den Verbrauch beeinflussen. An der Zapfsäule zeigt sich der erste Unterschied: E10 kostet zum Testzeitpunkt 1,97 Euro pro Liter, E5 liegt bei 2,03 Euro – wir zahlen also für den in Verruf geratenen Sprit sechs Cent pro Liter weniger.
Das Ergebnis überrascht auch den Experten
Unsere beiden Testwagen fahren los, eine Strecke von etwa 120 Kilometern. Erst Landstraße, später Autobahn. Schon wenn man sich im Windschatten eines anderen Autos bewegt, kann man bis zu 20 Prozent Sprit sparen. Doch natürlich halten die Testwagen ausreichend Abstand ein, um die Ergebnisse nicht zu verfälschen.
Nachdem sie rund 120 Kilometer Straße hinter sich gebracht haben, vergleicht Experte Sascha Legill die beiden Autos in Sachen Verbrauch. Der Wagen mit E5 hat auf 119,6 Kilometern insgesamt 6,4 Liter verbraucht. Und wie sieht es bei unserem Vergleichswagen mit E10 aus? Auch der Experte ist überrascht: Es sind nur sechs Liter Sprit verbraucht worden. „Ich dachte eigentlich auch, dass wir hier das Auto haben mit dem höheren Verbrauch aufgrund des E10-Kraftstoffs oder höheren Ethanol- Alkoholanteils.”
Lese-Tipp: Grünen-Chef will Tempolimit – wegen der Benzinpreise
Er gibt aber auch zu: „Ich könnte mir vorstellen, dass aufgrund von Fahrsituationen der Unterschied kommt. Vielleicht einfach eine Rotphase mehr.” Ähnlich sieht das auch der ADAC: „Weil E5 und E10 unterschiedlich zusammengesetzt werden, ist es auch rechnerisch so, dass sich bei E10 ein minimaler Mehrverbrauch ergibt. Rechnerisch ist man bei einem Prozent ungefähr.”
Die Fahrweise kommt auf den Prüfstand
Doch auch die eigene Fahrweise hat einen großen Einfluss auf den Spritverbrauch. Auch hier haben wir zwei Testwagen gleicher Bauweise auf die Straße geschickt. Schon vor der Abfahrt hat Fahrsicherheitstrainer Michael Tück einen Tipp: „Reifendruck prüfen. Einmal im Monat wäre gut. 14 Tage wäre optimal. Macht aber keiner.” Er empfiehlt, etwa 0,2 bar mehr Druck als angegeben.
Lese-Tipp: Öl billiger, Sprit aber nur kaum – die Gründe für den Tank-Ärger!
Wie dieser Test mit einer Alltags-Fahrweise und einem leicht angepassten Spritspar-Modell funktioniert, seht ihr in unserem Video. Dort verraten wir euch auch, ob es sich wirklich lohnt, für einen Umweg an eine günstigere Tankstelle im Nachbarland 80 oder gar 100 Kilometer Umweg in Kauf zu nehmen.
Verwendete Quellen: eigene RTL-Recherche


