Die Geschichte hinter den kuriosen NamenTaxiteller, Mantaplatte, Halve Hahn und Co. – wusstet ihr, was hinter diesen „Spezialitäten“ steckt?

Taxiteller - ein Gericht aus Pommes, Currywurst sowie Gyros und Currywurst
Der Taxiteller ist ein beliebtes Ruhrgebiet-Gericht, das in immer mehr Imbissbuden einzieht.
Aleksandrs Muiznieks - stock.adobe.com

Nein, Halve Hahn ist kein halbes Hähnchen!
Taxiteller, Mantaplatte, Tote Oma, Herrgottsbscheißerle oder eben Halve Hahn – diese Gerichtsnamen habt ihr sicherlich schon einmal in einem Imbiss gehört oder auf der Brauhaus-Karte gelesen. Doch die ungewöhnlichen Bezeichnungen verraten kaum, was tatsächlich auf dem Teller landet. Stattdessen führen sie oft in die Irre! Welche spannenden Legenden und Geschichten wirklich hinter diesen beliebten Gerichten stecken, erzählen wir euch jetzt.

Was ist ein Taxiteller? Herkunft der Spezialität aus dem Ruhrgebiet

Wer im Ruhrgebiet lebt, wird den Taxiteller in jedem Fall kennen. Dort ist das Gericht nämlich bereits ein Klassiker, wie Radio Duisburg berichtet. Wer sich dafür entscheidet, bekommt einen einzigartigen Mix aus deutschem Junkfood und griechischer Kulinarik. Es beginnt mit Gyros und Tzatziki und wird ergänzt mit Currywurst, Pommes und Mayo.

Streaming Tipp

Zustande gekommen ist diese außergewöhnliche Kreation laut Radio Duisburg durch eine Notlösung: Kurz vor Feierabend soll ein Taxifahrer in einem Imbiss im Ruhrgebiet noch um eine Portion Gyros gebeten haben. Da der Gastwirt jedoch nicht mehr genug griechisches Fleisch besaß, reicherte er den Teller stattdessen mit Currywurst und Pommes an – und schon war ein neues Gericht entstanden, welches in Erinnerung an den Taxifahrer seinen Namen erhalten hat.

Lese-Tipp: Der große Döner-Test von RTL! Muss ein guter Kebab wirklich teuer sein?

Video-Tipp: Challenge! Wer schafft den XXL-Taxiteller in Eschweiler?

Anzeige:
Empfehlungen unserer Partner

Manta-Platte – was hat das Gericht mit dem Auto zu tun?

Wie wohl bereits viele geahnt haben, spielt der Name der Mantaplatte auf den ikonischen Opel Manta an – genauer gesagt auf dessen stereotypischen Fahrer der 80er Jahre, wie der WDR auf seinem TikTok-Account erklärt.

Um einen Manta-Fahrer rankten sich nämlich zahlreiche Klischees, und das bereits vor dem Film-Hit „Manta, Manta”, der die typischen Manta-Witze popularisierte. Fuchsschwanz am Spiegel, spitze Cowboystiefel – die sogenannten Mantaletten –, Ellbogen lässig aus dem Fenster gelehnt, dazu die unverzichtbare Goldkette – zu diesem Lebensstil passte einfach eine Art schneller, billiger und kräftiger Imbissmahlzeit: die Mantaplatte.

Diese besteht schließlich lediglich aus einer Currywurrst und Pommes Schrank – also Pommes mit Majo und Ketchup, wie der WDR erklärt!

Lese-Tipp: Das neue Lieblingsessen der Deutschen zieht sogar an der Currywurst vorbei

Herkunft vom Halve Hahn – rheinischer Ausdruck für Roggenbrötchen mit Käse

Es ist wohl jedem bereits passiert, der nicht aus dem Rheinland kommt: Man bestellt einen Halve Hahn, wundert sich vielleicht über die ungewöhnliche Schreibweise – und ist dann völlig verwirrt, wenn kein halbes Hähnchen auf dem Teller liegt, sondern ein Roggenbrötchen mit Käse!

Halve Hahn, ein Röggelchen mit Käse auf eienr dunklen Schieferplatte
Der Halve Hahn hat bereits viele Touristen im Rheinland überrascht.
IMAGO / Westend61

Ja, der Halve Hahn hat mit seinem Namen schon viele Menschen in die Irre geführt. Umso interessanter ist die Frage nach seiner Herkunft. Das lokale Online-Stadtmagazin „Mit Vergnügen Köln” hat sich auf die Suche nach der eigentlichen Herkunft gemacht und Antworten gefunden – allerdings nicht nur eine.

Denn um den Halve Hahn drehen sich viele Mythen – zwei davon haben uns besonders zugesagt:

  1. Ein Geburtstagsscherz als Quelle: Glaubt man einem 1913 verfassten Leserbrief im Kölner Tageblatt, stammt der Halve Hahn von einem Witz ab, wie „Mit Vergnügen Köln” berichtet. Gäste eines Brauhauses haben 14 halbe Hähnchen bestellt, aber stattdessen 14 halbe Roggenbrötchen mit Käse bekommen – alles nur, weil das Geburtstagskind mit dem Gastwirt diesen Streich vereinbart hatte.

  2. Ursprung im Gemecker eines Gastes: „Ääver isch will doch bloß ne halve han” lautete nach dem lokalen Stadtportal die Antwort eines Gastes, der statt seines erhaltenen ganzen Roggenbrötchens lieber ein halbes wollte.

Woher der Name letztlich wirklich kommt, wird wohl ein Rätsel bleiben – aber wer Lust auf ein würziges Röggelchen mit Käse hat, darf vertrauensvoll einen Halve Hahn bestellen, jedenfalls im Rheinland.

Himmel un Ääd? Woher der Name des kölschen Kultgerichts stammt

Um vorab die Verwirrung zu nehmen: Das traditionelle Kölner Gericht namens Himmel un Ääd besteht aus einer Kombination von Blutwurst, Apfelkompott und Kartoffelstampf sowie gebratenen Zwiebeln, wie die Brauerei zu Malzmühle auf ihrer Website erklärt.

Doch warum wird dieses traditionelle Gericht Himmel un Ädd – aus dem Kölschen übersetzt „Himmel und Erde“ – genannt? Aufgrund der Zutaten! Die Äpfel symbolisieren das Himmlische, das von den Bäumen geerntet wird. Die Kartoffeln hingegen stehen für das Erdige, das aus dem Boden wächst.

Lese-Tipp: Burger King, McDonalds und KFC: Fast-Food-Giganten im Test! Wo schmeckt der Burger am besten?

Herrgottsbscheißerle: Warum schwäbische Maultauschen so genannt werden

Wie die Stuttgarter Zeitung berichtet, handelt es sich bei dem Gericht Herrgottsbscheißerle tatsächlich um ein Stück schwäbische Esskultur: Maultaschen!

Kräftige Maultaschensuppe mit Röstzwiebeln im Keramikteller auf weißem Hintergrund
Maultaschen sind Nudelteigtaschen, die in der Regel mit einer fleischhaltigen Füllung serviert werden.
picture alliance / Zoonar | Karl Allgäuer

Die Spezialität trägt ihren kuriosen Spitznamen nicht umsonst: Dahinter steckt eine Legende um die Zisterziensermönche des Klosters Maulbronn. Diese sollen – um während der traditionellen Fastenzeit, in der bis Ostersonntag kein Fleisch gegessen werden darf, nicht ganz auf den deftigen Genuss verzichten zu müssen – das Fleisch kurzerhand in ihren Teigtaschen vor Gott versteckt haben!

Mit ihrem neu erfundenen Gericht haben die Mönche Gott also „beschissen” – und kurzerhand entstand der treffende Name.

Lese-Tipp: Knusprige Pommes im eigenen Backofen zubereiten? Das geht – mit diesem Trick

Tote Oma? Warum der DDR-Klassiker diesen makaberen Namen trägt

Ein Gericht namens Tote Oma? Das gibt es! Das Gericht, das aus einer Grützwurst, Dauerkraut und Salzkartoffeln besteht, ist ein Klassiker der DDR, wie der Foodblog Julchen kocht offenbart.

Seinen Namen hat das Gericht wegen seines wenig appetitlichen Aussehens der breiigen und dunkelrot gefärbten Grützwurst, das mehr an eine verunfallte Oma erinnert. Trotz des makaberen Namen ist das Gericht eine beliebte Kindheitserinnerung im Osten Deutschlands.

Verwendete Quellen: Radio Duisburg, Instagram/wdr, Mit Vergnügen Köln, Brauerei zur Malzmühle, Stuttgarter Zeitung, Julchen kocht,