Gesund und richtig leckerDiese sechs Vitaminbomben aus Deutschland haben im Herbst Saison

Orangefarbene Kürbisse, dunkelgrüner Grünkohl und leuchtend violetter Rotkohl.
Wenn sich draußen die Blätter verfärben, wird es auch auf dem Teller richtig bunt. Und das Beste daran? Viele Herbstklassiker kommen jetzt frisch aus deutschem Anbau. Im Herbst reicht das saisonale Angebot laut Verbraucherzentrale von Kürbis und Roter Bete bis zu Rosenkohl, Grünkohl, Rotkohl und Wirsing.
Kürbis bringt den Herbst auf den Teller
Ohne Kürbis wäre der Herbst nur halb so schön. Spätestens wenn die ersten Hokkaidos im Supermarkt leuchten, bekommen wir Lust auf eine dampfende Kürbissuppe. Aber auch in Spalten geschnitten und im Ofen geröstet, als Püree oder zusammen mit Kartoffeln auf dem Blech macht Kürbis ordentlich was her. Im Oktober hat er Hochsaison.
Seine orange Farbe verrät bereits eine seiner Stärken. Kürbis liefert Beta-Carotin, das unser Körper in Vitamin A umwandeln kann. Das brauchen wir unter anderem für den Sehvorgang und die normale Funktion unseres Immunsystems. Ein kleiner Schuss Pflanzenöl zum Kürbis ist übrigens nicht nur lecker. Da Vitamin A fettlöslich ist, hilft etwas Fett bei der Aufnahme der Carotinoide.
Im Video: Das kocht Jamie Oliver im Herbst
Grünkohl kann viel mehr als nur deftig
Bei Grünkohl denken viele wahrscheinlich zuerst an eine mächtige Portion mit Kartoffeln und Wurst. Darf auch sein. Doch der krause Kohl kann längst moderner. Kurz gegart passt er in Pasta und Currys, die Blätter lassen sich im Ofen zu knusprigen Chips rösten.
Auch ernährungsphysiologisch muss sich der Klassiker nicht verstecken. Das Bundeszentrum für Ernährung bezeichnet Grünkohl wegen seiner Nährstoffzusammensetzung sogar als „heimisches Superfood“. Er liefert unter anderem Provitamin A, Vitamin E, Vitamin K, Calcium und Folat. Folat braucht unser Körper unter anderem für Zellteilung, Zellwachstum und Blutbildung.
Eine zweite Chance für Rosenkohl
Ihr kennt Rosenkohl nur als weich gekochte grüne Kugeln, die ihr als Kinder möglichst unauffällig an den Tellerrand geschoben habt? Dann wird es Zeit für einen neuen Versuch. Halbiert, mit etwas Öl bestrichen und im Backofen geröstet, bekommt Rosenkohl ordentlich Aroma und bleibt bissfest. Auch als Gratin oder kräftige Beilage zu Kartoffeln macht er eine gute Figur.
Lese-Tipp: Gerösteter Rosenkohl mit Parmesan: Dieses Low-Carb-Winterrezept ist für wahre Feinschmecker!
Rosenkohl liefert viel Vitamin C, außerdem verschiedene B-Vitamine, Folat und Mineralstoffe. Gerade mit Blick auf die nasskalte Jahreszeit interessant: Eine gute Versorgung mit Vitamin C ist wichtig für ein funktionierendes Immunsystem. Noch einen Vorteil hat der Herbst. Spätere Sorten werden durch längere Kälteperioden milder und nussig-süßer, weil Bitterstoffe abnehmen und der Zuckergehalt steigt. Vielleicht ist Rosenkohl also doch besser als sein Ruf.
Rotkohl muss nicht auf Weihnachten warten
Gänsebraten, Klöße und daneben Rotkohl? Klassiker. Allerdings wäre es ziemlich schade, das violette Gemüse bis Weihnachten warten zu lassen. Seine Hauptsaison reicht von September bis Dezember. Rotkohl liefert Ballast- und Mineralstoffe, Folat sowie Vitamin K und Vitamin C. Dazu kommen Anthocyane, sekundäre Pflanzenstoffe, denen der Kohl seine kräftige Farbe verdankt. Und wer keine Lust auf die klassische geschmorte Variante hat, kann Rotkohl fein schneiden und beispielsweise als knackigen Salat servieren. Auch in einer herbstlichen Bowl macht er sich gut.
Wirsing – das Oma-Gemüse mit Comeback-Potenzial
Zugegeben, besonders hip klingt Wirsing erst einmal nicht. Aber dieser Kohl hat eine zweite Karriere verdient. Ab September folgt auf den zarteren Frühwirsing der kräftigere Winterwirsing. Seine Blätter schmecken im Eintopf, als Gemüsebeilage, zu Nudeln oder Reis und natürlich als klassische Kohlroulade. Das BZfE hebt außerdem seinen Gehalt an Ballaststoffen, Eisen und Vitamin C hervor. Perfekt also für alle, die an einem kühlen Herbstabend etwas Herzhaftes wollen und trotzdem ordentlich Gemüse auf den Teller bringen möchten.
Noch mehr Gemüse, das jetzt nach Herbst schmeckt
Keine Sorge, damit ist das heimische Gemüsebeet noch lange nicht abgeerntet. Wer sich durch die Saison probieren möchte, sollte auch hier zugreifen, denn das lohnt sich wirklich: Regionales Gemüse kann aufgrund kürzerer Transportwege reifer geerntet werden und landet in der Regel frischer im Handel.
Rote Bete: im Ofen geröstet mit Ziegenkäse oder roh als hauchdünnes Carpaccio
Steckrübe: ein Klassiker für deftige Eintöpfe und Suppen
Knollensellerie: kräftig in Suppen, als Püree oder geröstet aus dem Ofen
Pastinake: leicht süßlich und eine schöne Ergänzung für Ofengemüse
Schwarzwurzel: ein fast vergessener Herbst- und Winterklassiker
Weißkohl: ideal für Eintöpfe, Krautsalat oder selbst gemachtes Sauerkraut
Spitzkohl: etwas zarter als seine kräftigen Kohl-Verwandten und schnell in der Pfanne zubereitet
Es lohnt sich also, beim nächsten Einkauf nicht automatisch zu Tomate, Gurke und Co. zu greifen. Gerade im Herbst bietet heimisches Gemüse reichlich Abwechslung – vom cremigen Kürbis bis zum herzhaften Wirsing. Und vielleicht bekommt dabei sogar ein Gemüse eine zweite Chance, das ihr seit eurer Kindheit verschmäht habt. Denn richtig zubereitet schmeckt so mancher vermeintlich langweilige Kohl plötzlich erstaunlich gut.
Verwendete Quellen: BZfE, DGE, Verbraucherzentrale
































