Mehr Privatsphäre im MessengerIhr könnt euch ab sofort bei WhatsApp euren Benutzernamen reservieren – und so geht’s!

Polizei warnt vor Betrugsmasche
WhatsApp bekommt ein Feature, das viele schon lange fordern.
Ritchie B. Tongo/EPA FILE/dpa
von Martina Lewinski und Denise Gatzweiler

„Es ist an der Zeit, deinen WhatsApp-Benutzernamen zu reservieren!”
Seid ihr in eurer App auch schon über diese Aufforderung gestolpert? Tatsächlich kann der Messenger künftig auch ohne Handynummer verwendet werden. Statt der Telefonnummer dient ein Benutzername als Kontakt-ID – ähnlich wie bei Telegram oder Instagram. Dieser kann seit dieser Woche von vielen Nutzerinnen und Nutzern bereits reserviert werden. Und wir verraten euch, wie das geht.

Benutzername statt Handynummer

WhatsApp führt ein neues System ein, das für mehr Privatsphäre sorgt: Künftig können Nutzer über einen eindeutigen Benutzernamen gefunden und angeschrieben werden – die Telefonnummer bleibt dabei verborgen. Das ist besonders praktisch für Gruppen oder neue Kontakte, bei denen die eigene Nummer bisher automatisch sichtbar war.

Wer künftig über den Benutzernamen kontaktiert wird oder selbst jemanden anschreibt, gibt seine Nummer also nicht mehr preis, es sei denn, die andere Person hat diese bereits in ihrem Telefonbuch gespeichert. Auch bei Anrufen über die App wird anstelle der Telefonnummer der Benutzername eingeblendet. Für die generelle Erstellung eines WhatsApp-Kontos bleibt die Handynummer indes weiterhin zwingend erforderlich.

So funktioniert die Namensvergabe bei WhatsApp

Ganz offiziell wird die neue Funktion erst später im Jahr 2026 eingeführt. „Bei über drei Milliarden Menschen auf WhatsApp gibt es viele Namensüberschneidungen. Deshalb starten wir die Reservierung frühzeitig, damit alle die Möglichkeit haben, den Benutzernamen zu wählen, der ihnen wichtig ist”, heißt es in einer Erklärung von WhatsApp.

Viele Nutzerinnen und Nutzer haben dementsprechend schon jetzt die Möglichkeit, sich ihren Wunschnamen zu sichern. Um zu schauen, ob du auch dazugehörst, gehst du in der App auf deine Einstellungen und scrollst bis zum Bereich „Konto” herunter – da findest du dann den Menüpunkt „Benutzername” und los geht’s! Dort erfährst du dann auch gleich, ob dein Wunschname schon vergeben wurde. Wird euch der Benutzername noch nicht angeboten, aktualisiert zunächst die App auf die neueste Version. Andernfalls müsst ihr euch noch ein wenig in Geduld üben.

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Bei der neuen Namensfunktion von WhatsApp kann der Benutzername frei gewählt werden – allerdings mit klaren Vorgaben. Er muss zwischen 3 und 35 Zeichen lang sein und kann Buchstaben, Zahlen, Punkte oder Unterstriche enthalten. Sonderzeichen, Umlaute und andere Abwandlungen von Buchstaben (wie ein Akzent) sind nicht erlaubt. Für Unentschlossene bietet die App einen Namens-Generator zur Inspiration an.

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Instagram-Verknüpfung ist auch möglich

Unternehmen, Influencer oder Organisationen erhalten zudem eine Sonderfunktion: Durch eine Verknüpfung mit ihrem Meta-Konto können sie ihre bereits etablierten Facebook- oder Instagram-Nutzernamen direkt für WhatsApp beanspruchen und so ihre Online-Identität wahren. Um Spam und unerwünschte Kontaktanfragen zu verhindern, wird es kein öffentliches Verzeichnis zum Durchsuchen und keine Namensvorschläge (Autocomplete) geben. Man muss den exakten Namen einer Person kennen, um sie kontaktieren zu können.

Als zusätzliche Schutzmaßnahme führt WhatsApp einen optionalen „Username Key” (Benutzernamen-Schlüssel) ein. Haben Nutzer diesen aktiviert, müssen Fremde diesen zusätzlichen Code kennen, um überhaupt die allererste Nachricht an den Benutzernamen senden zu können.

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WhatsApp wird unabhängiger

WhatsApp funktioniert längst nicht mehr nur mit Handyvertrag. Wer möchte, kann die App einfach über eine Festnetznummer einrichten – der Bestätigungscode wird dann per Anruf geliefert, statt per SMS. Noch flexibler sind virtuelle Telefonnummern, die online bereitgestellt werden, sofern der Anbieter vertrauenswürdig und datenschutzkonform ist. Und mit dem Companion Mode läuft WhatsApp gleichzeitig auf Smartphone, Tablet und PC – rundum synchron und ganz ohne Nummern‑Durcheinander.

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Die Nutzung ohne Telefonnummer bringt mehr Anonymität, verlangt jedoch Aufmerksamkeit beim Datenschutz. Virtuelle Nummern können etwa mehrfach vergeben werden, was den Zugriff auf Konten erschwert. Meta empfiehlt daher Zwei-Faktor-Authentifizierung und regelmäßige Backups.

Die neue Kombination aus Benutzernamen und Multi-Device-Funktion zeigt Richtung Zukunft: WhatsApp könnte sich von der SIM-Karte lösen und als universelle Kommunikationsplattform etablieren – flexibel, geräteübergreifend und datensparsam. Für Nutzer heißt das: mehr Freiheit, aber auch mehr Verantwortung, die eigenen Sicherheits- und Datenschutzoptionen im Blick zu behalten.

Verwendete Quellen: Wabetainfo, Whatsapp-Blog, dpa