Inga K. bestritt ihre Taten bis zuletzt

Erzieherin missbraucht Kinder - Mutter fassungslos: "Der Blick von meiner Tochter war: ‘Mama, rette mich!'“ 

08. Januar 2022 - 11:14 Uhr

Frank Vacik & Nicole Hetmanski

Das, was die Zwickauer Kita-Mitarbeiterin Inga K. (51) getan hat, macht einfach nur sprachlos: Anstatt liebevoll mit den ihr anvertrauten Kindern umzugehen, hat sie diese schwer sexuell missbraucht. Vier Fällen wurden ihr vorgeworfen. Ein heute fünfjähriges Mädchen hatte den Mut, sich ihren Eltern anzuvertrauen. Am Tag der Urteilsverkündung sprach seine Mutter mit RTL-Reporter Frank Vacik – mehr dazu im Video.

Mutter kommen immer wieder die Tränen

Inga K. soll seit 1993 in der Kita gearbeitet haben. Zuletzt hat sie sich um die Integrativ-Gruppe gekümmert. Die Übergriffe auf die Kinder im Alter von zwei bis sechs Jahren sollen zwischen Juli 2020 und Oktober 2020 passiert sein.

Sina B. (Name geändert) ist Mutter des fünfjährigen Mädchens. Immer, wenn sie sich daran erinnert, wie schlecht es ihrer Tochter damals ging, kommen ihr die Tränen. Die damals Vierjährige sei am Anfang gerne in die Kita gegangen: "Und sie hatte sich eigentlich drauf gefreut, hatte dann auch ihren Geburtstag dort gefeiert und da kam die Erzieherin und hat sie dann in den Arm genommen und der Blick von meiner Tochter war: 'Mama, rette mich!'"

Mädchen (5) vertraut sich seiner Mama an

Dann habe sich das Mädchen immer stärker verändert: Sie wirkte eingeschüchtert, ängstlich und habe immer wieder mit Bauchschmerzen und Übelkeit zu kämpfen gehabt. Doch es dauerte noch ein paar Monate, bis sie sich getraut habe, ihrer Mama alles zu erzählen: "Sie war baden gewesen, es war mal ein Sonntag. Und sie hat sich auf den Boden nackig hingelegt, reckte ihren Popo in die Höhe und sagte zu mir: 'Mama, siehst du meinen Popo auch ordentlich?' Und dann habe ich sie angeguckt und gesagt: 'Woher hast du das? Von uns hast du das nicht.' Dann sagte sie: 'Das müssen wir im Kindergarten machen.' Und dann abends im Bett hat sie die ganze Geschichte erzählt."

Neben dem sexuellen Missbrauch sollen die Kinder auch immer wieder kalt abgeduscht worden sein. Auch ihr kleiner Bruder und andere Kinder seien davon betroffen. Die Eltern haben ihre beiden Kinder sofort aus der Kita genommen.

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Angeklagte Inga K. bestritt ihre Schuld

Am Tag des Prozesses vor dem Amtsgericht Zwickau hat auch die Fünfjährige ausgesagt. Damit sie keine Angst bekam, mussten die Öffentlichkeit und auch die Angeklagte Inga K. den Gerichtssaal verlassen.

RTL-Reporter Frank Vacik hat die Aussage von Inga K. gehört: "Die Angeklagte hat die Taten vor Gericht vehement bestritten. Sie habe weder über die Jahre die Kinder irgendwie sexuell missbraucht noch Gewalt angewendet. Sie arbeite schon seit 30 Jahren in dem Beruf und hätte sich nie etwas zu Schulden kommen lassen", erklärt Frank Vacik.

Die Verteidigung fordert einen Freispruch, die Staatsanwaltschaft vier Jahre Gefängnis. Das Amtsgericht Zwickau verurteilt Inga K. schließlich zu zwei Jahren auf Bewährung – wegen schweren sexuellen Missbrauchs von Schutzbefohlenen und Körperverletzung.

Mittlerweile geht es der Tochter von Sina B. wieder besser. Ihr gefalle ihre neue Kita. Ein gutes Gefühl für die Mutter. Doch sie will auch Gerechtigkeit für ihr Kind und hofft, dass Inga K. bestraft wird. "Ich möchte einfach nur, dass sie jeden Morgen wenn sie aufsteht daran erinnert wird, was sie getan hat. Jeden Morgen." (ihe)