Vier Tatverdächtige in Untersuchungshaft

Zwei skandinavische Studentinnen beim Wandern in Marokko getötet - war es Terror?

21. Dezember 2018 - 11:13 Uhr

Studentinnen wollten einen Monat durch Marokko wandern

Es sollte ein kleines Abenteuer werden, doch die Reise endete kurz nach der Ankunft in Marokko in einem Albtraum. Zwei Studentinnen aus Dänemark und Norwegen wollen einen Monat lang durchs Atlasgebirge wandern. Doch dann wurden die beiden Touristinnen überfallen und brutal ermordet. In einer abgelegenen Region am Fuß des Bergs Toubkal wurden die Leichen gefunden – mit Stichwunden am Hals.

Wurden die Frauen Opfer eines Terroranschlags?

Studentin in Marokko getötet
Maren U. (28) studierte zusammen mit ihrer Freundin in Norwegen. (Foto: Facebook)

Die 24-Jährige Louisa V. aus Dänemark und die 28-Jährige Maren U. aus Norwegen studierten zusammen an der Universität von Südostnorwegen. Die beiden brachen am dritten Adventswochenende zu der Reise auf und waren gerade erst auf ihre Tour durchs Atlas-Gebirge gestartet. Am 18. Dezember wurden die Leichen dann nahe der Ortschaft Imlil gefunden, wie das marokkanische Innenministerium mitteilte. Das Dorf ist für viele Wanderer und Bergsteiger Ausgangspunkt für Gebirgstouren.

Die Behörden vermuten, dass die Studentinnen Opfer eines Terroranschlags wurden. Vier Tatverdächtige sitzen inzwischen in Untersuchungshaft. Ein Mann wurde bereits am 18. Dezember in Marrakesch festgenommen. Nun wurden noch drei weitere verhaftet, wie die marokkanische Nachrichtenagentur MAP meldete. Alle vier Inhaftierten hätten Verbindungen zu einer Terrorgruppe, erklärte die Staatsanwaltschaft.

Polizei prüft auch ein Enthauptungsvideo im Internet

Studentin in Marokko getötet
Louisa V. wollte mit ihrer Freundin im Atlasgebirge in Marokko wandern. (Foto: Facebook)

In sozialen Netzwerken ist auch ein Video aufgetaucht, auf dem zu sehen ist, wie zwei Männer einer Frau mit einem langen Messer den Kopf abschneiden. Die Ermittler prüfen jetzt, ob die Aufnahmen echt sind und etwas mit dem Mord an den beiden Touristinnen zu tun haben.

Die Mutter der Studentin aus Norwegen sagte im norwegischen Rundfunk, dass Sicherheit für ihre Tochter an erster Stelle gestanden habe. "Die beiden jungen Frauen haben alle Vorsichtsmaßnahmen ergriffen, bevor sie aufgebrochen sind", erklärte sie.

Das Auswärtige Amt rät deutschen Touristen in Marokko dringend von Touren abseits der befestigten Straßen ab. Es bestehe "ein erhebliches Risiko, Opfer einer Entführung zu werden", erklärt die Behörde auf ihrer Internetseite. Wer trotzdem Offroad-Touren unternehmen will, sollte das nur in einer Gruppe mit einem einheimischen Führer tun. Außerdem rät das Auswärtige Amt, sich vor Ort bei der marokkanischen Polizei zu erkundigen, ob die gewählte Route sicher ist.