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Zum Tag der Deutschen Einheit: Warum Südkorea am Sonntag nach Lübeck-Schlutup blickt

Hoher Besuch in Schleswig-Holstein

Darum "feiert" Südkorea beim Tag der Deutschen Einheit in Lübeck-Schlutup mit

Zum Tag der Deutschen Einheit empfängt die Grenzdokumentationsstätte in Lübeck-Schlutup hochrangigen Besuch.
Zum Tag der Deutschen Einheit erwartet die Grenzdokumentationsstätte in Lübeck-Schlutup hochrangigen Besuch.
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31 Jahre vereintes Deutschland

Jedes Jahr am 3. Oktober ist es so weit: Deutschland feiert die Einigkeit von Ost und West. Nach 45 Jahren der Teilung trat am 3. Oktober 1990 die frühere DDR der Bundesrepublik bei. Auch Schleswig-Holstein war damals Grenzgebiet. Die innerdeutsche Grenze verlief direkt entlang der Gemeinde Schlutup. Hier war auch der nördlichste Grenzübergang Deutschlands. 2021 findet hier eine ganz besondere Einheitsfeier statt – denn die Gäste kommen unter anderem aus Südkorea!

Die Südkoreaner kommen nicht zum ersten Mal

Dass Delegation mitsamt Kamerateam den langen Weg von Südkorea nach Norddeutschland auf sich nimmt, ist wahrscheinlich auf einen früheren Besuch zurückzuführen. „Wir haben vor anderthalb Jahren mal Kontakt zu den Koreanern gehabt, die aus einem diplomatischen Korps von Berlin gekommen sind. Wir haben das aber nicht so wahrgenommen, dass das so eine Regierungsdelegation war. Wir haben alles gut erzählt, dann haben wir Post gekriegt von Korea, wie toll sie das hier gefunden haben“, erinnert sich Ingrid Schatz von der Grenzdokumentationsstätte im RTL Nord-Interview.

Schlutup als Vorbild für Korea?

In Südkorea gibt es bereits eine Kopie des Schultuper Gedenksteins. Nur die Jahreszahl der erhofften Wiedervereinigung fehlt noch auf dem koreanischen Exemplar.
In Südkorea gibt es bereits eine Kopie des Schultuper Gedenksteins. Nur die Jahreszahl der erhofften Wiedervereinigung fehlt noch auf dem koreanischen Exemplar.
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Offensichtlich hat der Besuch der Gedenkstätte bei den Südkoreanern, die ja bis heute in einem geteilten Land leben, auch einen buchstäblich bleibenden Eindruck hinterlassen: Seit 1956 gibt es in Schlutup einen Gedenkstein. Darauf stehen die Worte „Slut Up“, was auf Plattdeutsch „Schließ auf“ bedeutet und an dem einstigen Grenzübergang an die deutsche Teilung erinnern soll. Und so einen Stein gibt es inzwischen auch an der innerkoreanischen Grenze – nur mit koreanischer Inschrift. Außerdem fehlt auch noch die Jahreszahl der erhofften Wiedervereinigung. Aber dass das möglich ist, zeigt ja die deutsche Geschichte.