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Mauerfall

Der Mauerfall in Berlin ermöglichte am 9. November 1989 unkontrollierte Ausreisen aus der DDR und führte nach elf Monaten zur deutschen Wiedervereinigung.

Mauerfall picture alliance/dpa | Jörg Carstensen

Der Begriff Mauerfall ist in Deutschland und international untrennbar mit dem Fall der Berliner Mauer am 9. November 1989 verbunden. Dabei kam es erstmals zur unkontrollierten Öffnung der innerdeutschen Grenze zwischen der DDR und der Bundesrepublik Deutschland. Innerhalb von einer Stunde erreichten in der Nacht des Mauerfalls rund 20.000 DDR-Bürger West-Berlin. Folgen der Grenzöffnung veränderten die Weltpolitik weit über Deutschland hinaus.

Warum kam es zum Mauerfall?

In Europa war der Mauerfall das Ergebnis sowie der Höhepunkt von langjährigen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklungen. Mit einem neuen Politikstil ermöglichte Michail Gorbatschow als Staatschef der Sowjetunion den Ländern im Ostblock unabhängige Entscheidungen bei der Öffnung der Landesgrenzen. Bereits vor dem Mauerfall flüchteten zahlreiche DDR-Bürger dadurch über andere Ostblock-Staaten nach Westdeutschland. Die Massenflucht sorgte für mehr Unzufriedenheit in der ostdeutschen Bevölkerung, die mit Montagsdemonstrationen eine friedliche Revolution begann. Diese Demonstrationen erzeugten politischen Druck, der die DDR-Machthaber am Ende zur Grenzöffnung zwang.

Wer war am Mauerfall beteiligt?

Vor dem Mauerfall in Berlin hatte der DDR-Staatsratsvorsitzende Egon Krenz kontrollierte Ausreisegenehmigungen geplant. Die kurzfristigeÄnderung einer Reiseregelung durch den Innenministeriums-Abteilungsleiter Gerhard Lauter verursachte im Anschluss ein entscheidendes Missverständnis. Am Tag des Mauerfalls erweckte der politische Funktionär Günter Schabowski bei einer Pressekonferenz versehentlich den Eindruck, dass diese Regeländerung Bürgern mit sofortiger Wirkung uneingeschränkte Ausreisen erlauben würde. Innerhalb von wenigen Stunden erzwang daraufhin ein Massenansturm auf die Mauer unkontrollierte Grenzübergänge.

Was hat sich durch den Mauerfall verändert?

Rund drei Wochen nach dem Mauerfall endete in der DDR die Diktatur der Einheitspartei SED mit dem Rücktritt des Führungsregimes. Im März 1990 kam es daher zur ersten freien Volkskammerwahl des Staats. Durch diese Wahl entstand eine demokratische DDR-Regierung, die sich für die Vereinigung mit der Bundesrepublik Deutschland einsetzte. Somit startete der Mauerfall Kettenreaktionen, die am 3. Oktober 1990 zur deutschen Wiedervereinigung führten. Zudem war die Mauer ein Symbol für den Eisernen Vorhang in einem getrennten Europa. Darum besteht ein enger Zusammenhang zwischen dem Mauerfall und dem Ende des Kalten Kriegs.