Zack die Bohne!

Machen Lupinen den besseren Kaffee?

Geröstete Lupinen sehen fast so aus wie normale Kaffeebohnen. Der Unterschied: Bei Lupinen wird die Haut mitgeröstet.
Geröstete Lupinen sehen fast so aus wie normale Kaffeebohnen. Der Unterschied: Bei Lupinen wird die Haut mitgeröstet.
© RTL Nord

26. Oktober 2021 - 15:08 Uhr

Diese Hülsenfrüchte haben es in sich

Sie ist klein und weiß bevor sie geröstet wird, genau wie eine Kaffeebohne. Außerdem soll sie aufgebrüht fast genauso schmecken. Doch die Lupine stellt den Wachmacher-Klassiker in den Schatten, wenn es um die Verträglichkeit und den Klimaschutz geht - und ist nicht nur deshalb ein echtes Superfood.

Vom Feld in die Rösterei

Lupinen wachsen auf deutschen Feldern, deswegen sind lange Transportwege nicht notwendig.
Lupinen wachsen auf deutschen Feldern, deswegen sind lange Transportwege nicht notwendig.
© RTL Nord

Die Lupine ist eine wahre Wunderpflanze: Mit fast 35 % Proteinanteil überflügelt sie in puncto Eiweiß viele andere Nährstoff-Lieferanten und sie braucht keinerlei Dünger, denn sie düngt den Boden gewissermaßen selbst. Angebaut werden Lupinen zum Beispiel auf dem Hof von Marie-Sophie von Schnehen in Südniedersachsen. Die 28-Jährige lässt die Bohnen nur wenige Kilometer entfernt in Göttingen rösten - so entsteht ein regionaler, nachhaltiger Kaffeeersatz.

Lese-Tipp: So setzen Sie Lupinen auch als Mehlersatz ein.

Der Geschmack kommt bei der Röstung

So sehen die Lupinen aus, bevor sie in vier Phasen geröstet werden.
So sehen die Lupinen aus, bevor sie in vier Phasen geröstet werden.
© RTL Nord

Es hat ein bisschen gedauert, aber nach mehreren Versuchsreihen hat Marie-Sophie von Schnehen gemeinsam mit Kaffeeröster Bernd Klimaschewski herausgefunden, mit welchem Verfahren sie das optimale Aroma aus den Kernen herausfiltern. "Im besten Fall kann man nussige und leicht schokoladige Noten schmecken", beschreibt Bernd Klimaschewski den Geschmack des Lupinenkaffees. Die Lupinen durchlaufen dafür vier Röstphasen. Ab 160 Grad entstehen die Aromen, bei 180 Grad bräunen die Kerne und der Zuckeranteil karamellisiert.

Lese-Tipp: Lupinen-Drinks eignen sich auch als Milch-Alternative. Wir haben den Test gemacht.

RTL NEWS empfiehlt

Anzeigen:

Ein Wachmacher ist Lupinen-Kaffee nicht

Kaffee aus Lupinen ist koffeinfrei, schmeckt aber ähnlich wie das Wachmacher-Original.
Kaffee aus Lupinen ist koffeinfrei, schmeckt aber ähnlich wie das Wachmacher-Original.
© RTL Nord

Bei den Kunden des Kaffeerösters kommt der Kaffee vom niedersächsischen Feld gut an. "Ich habe tatsächlich Kunden, die speziell deswegen in den Laden kommen", erzählt Bernd Klimaschewski. Denn der klare Vorteil des Lupinen-Kaffees ist, dass er sehr gut verträglich ist und nicht – wie normale Kaffeebohnen - Gerbsäuren hat. Ein Wachmacher ist der Kaffeeersatz aber nicht, er ist koffeinfrei.

Ob Lupinen-Kaffee besser ist, als sein großer koffeinhaltiger Bruder, ist, wie so vieles, wohl Geschmackssache. Besser für das Klima ist er aber ganz bestimmt. (mba)