Bergsteiger aus Niedersachsen am Hochkalter in Berchtesgadener Alpen vermisst

Wird Julian P. (24) heute gefunden? Bergdrama in Bayern: "Die Hoffnung stirbt bei solchen Einsätzen immer zuletzt"

Suche nach vermisstem  Bergsteiger Wettlauf gegen die Zeit
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Wettlauf gegen die Zeit
Suche nach vermisstem Bergsteiger

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Wird der seit vergangenen Samstag vermisste 24-jährige Julian P. aus Niedersachsen heute gefunden? Die Suche in dm bayerischen Hochgebirge wurde jetzt mit einem Helikopter fortgesetzt. Die Bedingungen seien widrig, weil nochmal Neuschnee gefallen sei, sagte Rudi Fendt von der Bergwacht. Der Schnee sei etwa anderthalb Meter hoch, es gebe keinen gesicherten Untergrund. Die Hoffnungen, den 24-Jährigen lebend zu finden, schwinden.

Polizeisprecher: "Du hast einfach nur Schneefall, du hast keinerlei Orientierung"

HANDOUT - 17.09.2022, Bayern, Ramsau: Mit einem Hubschrauber suchen Rettungskräfte der Bergwacht bei Berchtesgaden am Hochkalter nach einem vermissten Wanderer. Der 24-Jährige war am Samstag (17.09.2022) bei Schneefall zu einer hochalpinen Tour aufge
Die Vermisstensuche am Hochkalter wurde durch schlechtes Wetter extrem erschwert
fjm fdt, dpa, -

Jörg Fegg von der Polizei Berchtesgaden erklärt, warum die Rettungsversuche bislang erfolglos verliefen: "Es ist Wind, mit 40-60 km/h, der peitscht einem ins Gesicht. Du hast null Sicht. Du hast einfach nur Schneefall. Du hast keinerlei Orientierung, weil keine Markierungen mehr frei sind."

Der Bergsteiger war am Samstag bei Schneefall am Hochkalter in Ramsau bei Berchtesgaden zu einer hochalpinen Tour aufgebrochen und nach einem Sturz in etwa 2.500 Metern Höhe in Not geraten..

Viel Neuschnee seit Samstag

Hochkalter
Das schlechte Wetter in den Berchtesgadener Alpen erschwert weiter die Suche nach einem verunglückten Bergsteiger.

In seinem ersten Notruf, der bei der Leistelle Triol in Innsbruck einging, hatte er am Samstag davon gesprochen, dass er sich beide Arme gebrochen und am Kopf verletzt habe. Diese Angaben korrigierte er eine knappe Stunde später mit dem Einsatzleiter der Bergwacht Ramsau (Deutschland).

Weil er nicht so stark verletzt war, wie er befürchtet hatte, habe er versucht, selbst in dem Gelände herabzusteigen, so das Bayrische Rote Kreuz (BRK). Allerdings habe er im Schnee keine Wegmarkierungen mehr gefunden. Später sei der telefonische Kontakt zu dem Vermissten abgebrochen. Wie es ihm jetzt geht, dazu macht der Sprecher keine Angaben. „Wir spekulieren nicht über die Überlebenschancen, die Hoffnung stirbt bei solchen Einsätzen immer zuletzt.“

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Nachteinsatz
Eine Suche am Sonntag blieb erfolglos.

Auch eine Suche am Sonntag blieb ohne Erfolg. Am Montagabend konnten die Einsatzkräfte dank günstiger Witterung das Gelände bis Sonnenuntergang von einem Hubschrauber aus mit Ferngläsern nach dem vermissten 24-Jährigen absuchen. Spezialisten werteten die Bilder vom Suchflug aus, entdeckten aber keine Spur von dem Verunglückten.

Seit Samstag sei jede Menge Neuschnee gefallen, der sich in den Rinnen auf bis zu drei Meter Höhe auftürme, so dass diese schlecht einsehbar seien, erläuterte BRK-Sprecher Markus Leitner. Selbst aus kürzester Distanz sei es für die Helfer schwer, etwas zu entdecken. (uvo; mit dpa)