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Bergsteigen

Bergsteigen ist sowohl Freizeitbeschäftigung als auch Extremsport für Kletterer und Expeditionen, die mit großem Aufwand zu den höchsten Gipfeln vorstoßen.

Bergsteigen

Bergsteigen gehört zu den beliebtesten Sportarten und Freizeitbeschäftigungen. Gemeinsam mit dem Klettern, Bergwandern und Skitourengehen wird es dem Alpinismus zugerechnet. Seit 2019 gilt der Alpinismus als immaterielles Kulturerbe der UNESCO. Zum Bergsteigen gehören mutige Pionierleistungen ebenso wie große Tragödien. Der Bergsport hat ein eigenes Filmgenre hervorgebracht, den Bergfilm. Neben dem Skitourismus leben heute viele Menschen in Bergregionen vom Bergtourismus. Dabei war es früher alles andere als selbstverständlich, auf Berge zu gehen.

Wie begann die Geschichte des Bergsteigens?

Bis ins 18. Jahrhundert mieden die Menschen die Gipfel wegen ihrer Gefahren, mit einigen Ausnahmen: Am 26. April 1336 besteigt Francesco Petrarca den nur 1912 Meter hohen Mont Ventoux. Wenige Jahre später erreichte Bonifacio Rotario d'Asti den Rocciamelone, einen 3538 Meter hohen Dreitausender. Auch früher waren Menschen schon über die Berge gegangen. Das bezeugt der Fund des Ötzi. Das eigentliche Bergsteigen mit dem Wettlauf um die Erstbesteigung berühmter Gipfel begann jedoch erst in der Neuzeit. Noch im 18. Jahrhundert erfolgte die Bezwingung des Mont Blanc durch Jacques Balmat und Michel-Gabriel Paccard. In der Entdeckerzeit erreichte Alexander von Humboldt 1802 den südamerikanischen Chimborazo. Berühmt ist die Erstbesteigung des Matterhorns durch Edward Whymper 1865, die in einer Katastrophe und dem Tod von vier Bergsteigern endete. Luis Trenker, der später das Bergsteigen bei einem breiten Publikum populär machte, widmete diesem Drama den Film Der Berg ruft. Im Ersten Weltkrieg spielt das Bergsteigen in den Dolomiten durch den Krieg in den Alpen eine Rolle. Bis heute gibt es Gebirgsjäger als besondere Gruppe von Soldaten. In den Alpen wurde 1938 mit der Durchsteigung der Eiger Nordwand die letzte große Herausforderung gemeistert. Schließlich gelang Edmund Hillary und Tenzing Norgay im Jahr 1953 der Gipfelsieg am Mount Everest.

Bergsteigen als Breitensport

Alpenbewohner wie der Tiroler Pfarrer Franz Senn erkannten im 19. Jahrhundert das touristische Potenzial des Bergsteigens. Bergführerschulen entstanden. Am 9. Mai 1869 wurde der Deutsche Alpenverein gegründet und die Alpen wurden mit zahlreichen Wanderwegen, Klettersteigen und Berghütten erschlossen. Der Verein betreibt heute über 300 Berg- und Schutzhütten. Das Bergsteigen wurde durch Seilbahnen erleichtert.