Ärger wegen sexistischem Kommentar

Boris Becker erntet Kritik, weil er die Verlobte eines Spielers als "hübsch" bezeichnete

Anstatt zu kommentieren, lässt sich Boris Becker  über das Aussehen von Spielerpartnerinnen aus
Anstatt zu kommentieren, lässt sich Boris Becker über das Aussehen von Spielerpartnerinnen aus
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08. Juli 2021 - 13:42 Uhr

Becker sorgt schon wieder für Schlagzeilen

Erst vor einer Woche haute Boris Becker den Ball ins Aus, als er Naomi Osaka dafür kritisierte, dass sie psychische Probleme als Grund für ihre Tennispause genannt hatteer ruderte zurück. Jetzt leistete er sich den nächsten Fauxpas. Becker kommentiere für die BBC das Viertelfinale von Wimbledon und bezeichnete dabei die Verlobte eines Spielers als "sehr hübsch". Dafür gab es jetzt ordentlich Kritik – und es ist auch nicht das erste Mal.

Márton Fucsovics und seine langjährige Freundin Anett Böszörményi

Becker & Inverdale liefern kuriosen Schlagabtausch

England v Italy - International Friendly - St James' Park. BBC presenter John Inverdale
Kommentator John Inverdale Kommentator stand schon einmal in der Kritik, nachdem er sich negativ über das Aussehen der Spielerin Marion Bartoli geäußert hatte
© picture alliance

Boris Becker und John Inverdale kommentierten gestern das Viertelfinale von Novak Djokovic gegen Márton Fucsovics in Wimbledon, als sie die Partnerin des Ungarns entdeckten. Da wurde Djokovics müheloser Sieg und Einzug ins Halbfinale fast schon zur Nebensache. Denn als Fucsovics langjährige Freundin im Bild war, kam es zwischen den Kommentatoren der BBC zu einem äußerst kuriosen Gespräch live im TV. Wir geben das Gespräch in der Übersetzung wieder:

Inverdale sagte: "Ihr Name ist Anett Böszörményi. Wenn du ein Tennisspieler bist, ist es immer gut, eine Partnerin zu haben, die Anett heißt." Was er genau damit meint, bleibt unklar. Daraufhin sagte Becker: "Man sagt ja, dass sie die schönsten Frauen in Ungarn haben. Ich weiß es nicht, aber sie ist wirklich sehr hübsch." Inverdale bemerkte offenbar in dem Augenblick schon, dass ihre Kommentare eher unpassend waren und versuchte selbstironisch zu beschwichtigen "Ich möchte mich bei meinem Weihnachts-Cracker von 1978 für diesen Witz bedanken."

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Hilborn will Objektivierung von Frauen beenden

Lockere Sprüche, die bei Stephanie Hilborn von der Organisation "Women in Sport" gar nicht gut ankommen. Seit Jahrzehnten versucht sie die Objektivierung von Frauen zu beenden. "Wenn zwei Männer sich wohl dabei fühlen, auf diese Weise über Frauen zu sprechen, geschweige denn im Live-Fernsehen, zeigt das, dass es noch mehr zu tun gibt", so Hilborn. Sie appelliert weiter: "Sollten wir nicht die nächste Generation von Mädchen ermutigen, Sport zu treiben, anstatt darüber zu reden, wie Frauen aussehen?"

Die BBC äußerte sich bislang noch nicht zu den Vorwürfen gegen das Kommentatoren-Team.

Becker: "Das Auge isst ja mit."

French Open 2020
Marijana Veljovic ist seit 2016 Schiedsrichterin bei Grand Slams
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Es ist übrigens nicht das erste Mal, dass Becker mit seinen Kommentaren etwas daneben liegt. Während des Halbfinals der US Open im vergangenen Jahr, zwischen Alexander Zverev und Pablo Carreno Busta, war er als Kommentator für Eurosport mit einem sexistischen Spruch zu Referee Marijana Veljovic bereits negativ aufgefallen. "Wenn ich das auch mal erwähnen darf, eine ausgesprochen hübsche Schiedsrichterin." Und antwortete auf ironische Nachfrage von Co-Kommentator Matthias Stach: "Das Auge isst ja mit." (fgo)