"Ist das wirklich Druck?"

Tennis-Pause wegen Depression: Becker greift Osaka an

Boris Becker hat zum "Fall Osaka" eine klare Meinung.
Boris Becker hat zum "Fall Osaka" eine klare Meinung.
© dpa, Hendrik Schmidt, hsc cul kde alf

01. Juli 2021 - 6:59 Uhr

Von wegen Mitleid!

Depression, Angstzustände. Rückzug bei den French Open. Absage in Wimbledon. Tennis-Star Naomi Osaka kämpft seit Jahren mit psychischen Problemen. Die Herausforderungen des Spitzensports abseits des Tennis-Courts sind für sie eine Zumutung. Ein Kampf. Nun hat sich Boris Becker zum "Fall Osaka" geäußert. Und wie! Mitleid darf die Weltranglisten-Zweite von der deutschen Legende nicht erwarten. Im Gegenteil. Ihm platzt der Kragen.

Osaka hat doch alles

"Wenn du nicht mit dem medialen Druck umgehen kannst, ist es schwer, eine professionelle Tennisspielerin zu sein. Ist das wirklich Druck, den sie hat? Ist es nicht eher Druck, wenn man kein Essen auf dem Teller hat, wenn man ohne Job eine Familie versorgen müsste?", wetterte Becker in einem Interview mit der "Times".

Klar, die Belastung abseits des Spiel sei hoch, aber es "ist nun mal nicht möglich ohne die Medien, man hat es nicht immer gerne – aber man muss sich damit einfach arrangieren und klarkommen", so Becker. "Du bist 23, du bist gesund, du bist reich, deiner Familie geht's gut – wo ist da der verdammte Druck?"

Comeback bei Olympia

Osaka hatte sich zuletzt außerhalb der Tennis-Welt der Öffentlichkeit gezeigt. Auf dem Cover der Modezeitschrift "Vogue". Nach ihrer Zwangspause in Wimbledon will die 23-Jährige bald auf den Court zurückkehren und für ihr Heimatland bei den Olympischen Spielen in Tokio eine Medaille holen. (tme)

Wenn Sie Selbstmordgedanken haben, wenden Sie sich bitte sofort an die Telefonseelsorge (www.frnd.de). Unter der kostenlosen Hotline 0800-1110111 oder 0800-1110222 erreichen Sie Menschen, die Ihnen die Auswege aus schwierigen Situationen aufzeigen können.