Japanerin erklärt Rückzug

Nach Presse-Boykott: Naomi Osaka schmeißt bei den French Open hin

31. Mai 2021 - 22:18 Uhr

Zweite Runde ohne die Japanerin

Erst der Zoff mit dem Turnierveranstalter, nun das Aus: Naomi Osaka hat bei den French Open ihren Rückzug angekündigt. Die Japanerin zieht damit die Konsequenzen aus dem Streit um ihren Presse-Boykott und wird zu ihrem Zweitrunden-Match offenbar nicht mehr antreten, wie die 23-Jährige mitteilte. Zuvor hatten die Turnier-Verantwortlichen Osaka mit dem Ausschluss gedroht, sollte sie ihren Medienverpflichtungen nicht nachkommen.

Geldstrafe für den Boykott

"Das Beste für das Turnier, die anderen Spieler und mein Wohlbefinden ist es, dass ich zurückziehe, damit sich alle wieder auf das Tennis in Paris konzentrieren können", sagte die Nummer 2 der Welt. Eine Reaktion der Verantwortlichen in Paris stand zunächst aus.

Osaka war am Sonntag nach ihrem Erstrundensieg wie angekündigt der obligatorischen Pressekonferenz ferngeblieben. Damit wollte sie auf die mentale Gesundheit von Profisportlern aufmerksam machen. Der veranstaltende französische Tennisverband belegte die Athletin zunächst mit einer Geldstrafe von 15.000 US-Dollar und drohte mit härteren Sanktionen, sollte die Siegerin der US Open und Australian Open nicht einlenken.

Leidet immer wieder unter Depressionen

Sie leide seit den US Open 2018 immer wieder unter Depressionen, teilte Osaka in ihrem Statement mit. In Paris habe sie sich verletzlich gefühlt und sich schließlich mit ihrem vieldiskutierten Presseboykott schützen wollen. "Ich akzeptiere es, dass mein Timing nicht ideal war und meine Botschaft klarer gewesen sein könnte", schrieb Osaka.

Sie wolle nun zunächst einmal Abstand von den Tenniscourts gewinnen und dann nach ihrer Rückkehr mit der Tour an Verbesserungen für die Spieler, die Presse und Fans arbeiten.

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Veranstalter fühlen mit Osaka

Die Veranstalter der French Open drückten ihr Mitgefühl aus. "In allererster Linie tut es uns leid und wir fühlen mit Naomi Osaka", sagte Gilles Moretton, Präsident des französischen Tennisverbands FFT. Dass sich die viermalige Majorsiegerin aus dem Turnier zurückziehe, sei "unglücklich", sagte Moretton: "Wir wünschen ihr das Beste und die schnellstmögliche Erholung. Wir freuen uns auf sie im nächsten Jahr." (tme/sid)