17. Dezember 2018 - 15:52 Uhr

Auftritt in den Hauptnachrichten

Russland hat ein Tuschel-Thema: Was plant der mächtige Mann mit seiner Tochter Katerina Tichonowa? Soll ihm die gebürtige Dresdenerin etwa in den Kreml folgen? Darüber wird heftig spekuliert, seit Tichonowa jetzt zum allerersten Mal im russischen Staatsfernsehen zu sehen war. In den Hauptnachrichten, gleich nach der Politik zur besten Sendezeit um kurz nach 20 Uhr im Sender "Rossija".

Offizieller Grund des dreieinhalbminütigen Fernsehbeitrages war die Vorstellung der Hightech-Firma Innopraktika, berichtet die Tageszeitung "Welt". Tichonowa ist hier an einem Forschungsprojekt beteiligt, unter anderem geht es um Apparate zur Messung von Gehirnwellen, heißt es weiter.

Kreml-Kritiker Chodorkowski: "Jede Menge konspirative Versionen"

Katerina Tichonowa (Tochter von Wladimir Putin) / imago
Putin-Tochter Katerina Tichonowa als Tänzerin (Archivfoto).
© Imago Entertainment, imago

Da Wladimir Putin wenig dem Zufall überlässt, wird nun gerätselt, warum Tichonowa plötzlich so öffentlich auftritt. Denn normalerweise ist das Privatleben des russischen Präsidenten für Medien weitgehend tabu, er selbst spricht so gut wie nie darüber. Deswegen, so wird mehr oder weniger hinter vorgehaltener Hand gemunkelt, müsse es ja einen Grund haben, warum eine der beiden Töchter des Kreml-Herrschers plötzlich auf dem Äther in Russlands Wohnzimmer flimmert.

Allerdings wurde sie in dem "Rossija"-Beitrag nicht als Putins Tochter präsentiert, sondern als Wissenschaftlerin. Trotzdem berichtet die "Welt" weiter, werde in sozialen Medien kolportiert, dass Putin seine Tochter als "Kronprinzessin" aufbaue.

Ob sie wirklich eines Tages in den Kreml einziehen wird? Noch wissen wir nicht einmal, ob sie überhaupt Ambitionen dazu hat. Der bekannte Kreml-Kritiker Michail Chodorkowski wiegelt ab: "Ganz Russland hat das gesehen und jetzt gibt es jede Menge von konspirativen Versionen. Für irgendwelche Schlussfolgerungen haben wir noch viel Zeit, mindestens fünf Jahre", sagte er dem "Deutschlandfunk". Denn erst dann endet Putins Amtszeit.