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Wiesbaden: Turnhalle wird zur Flüchtlingsunterkunft - Schüler helfen bei der Einrichtung

Willkommenskultur in Wiesbaden

Turnhalle wird zur Flüchtlingsunterkunft - Schüler helfen bei der Einrichtung

Turnhalle wird nun zur Flüchtlingsunterkunft Wiesbaden zieht letzte Register

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Diese Bilder wecken Erinnerungen an die Flüchtlingskrise 2015: Erneut ist der Ansturm der Geflüchteten so groß, dass es pragmatische Lösungen braucht, um die Menschen unterzubringen. In Wiesbaden wurde nun eine Turnhalle umfunktioniert.

Infolge des Krieges in der Ukraine hatte Volker Bouffier von 313.000 Geflüchteten gesprochen , die mittlerweile in Deutschland angekommen sind. 3.300 von ihnen befinden sich nun in Hessens Landeshauptstadt Wiesbaden. Die Hälfte von ihnen ist privat untergebracht – die andere Hälfte ist umso mehr auf Hilfe angewiesen.

Sporthalle Wettinerstraße Wiesbaden
47 Kabinen sind hier in der Turnhalle.
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Turnhalle keine finale Lösung

Wiesbadens Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende (SPD) ist extrem dankbar für die Hilfe aus der Bevölkerung. „Es sind sehr viele Angebote auch von privaten Wohnungseigentümern eingegangen, so viele, dass wir die jetzt nach und nach abarbeiten. Das ist eine große Aufgabe. Die Hilfsbereitschaft ist einfach überwältigend“, sagt er im RTL-Interview.

Nichtsdestotrotz fehlt es an Wohnraum. Aus der Gießener Erstaufnahmeeinrichtung für Geflüchtete kämen im Schnitt 120 Menschen pro Woche nach Wiesbaden. Laur Ariane Patzelt, der Leiterin des Wiesbadener Jobcenters, sei die Turnhalle eine Zwischenstation, keine finale Unterkunft. Allerdings sei sie notwendig, um genügend Zeit für die weitere Akquise zu haben.

Flüchtlingsunterkunft Wiesbaden
Schüler aus Wiesbaden haben Bilder gemalt, um die Menschen aus der Ukraine willkommen zu heißen.
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200 Menschen finden hier Platz

Innerhalb von 24 Stunden haben Helferinnen und Helfer die Turnhalle in der Wettinerstraße in eine Akut-Notunterkunft umgebaut. Geflüchtete, die bereits in Wiesbaden sind, sollen hier nicht untergebracht werden. Die Turnhalle mit ihren 47 Kabinen ist den Menschen vorbehalten, die frisch nach Wiesbaden kommen und als Zwischenstation eine Bleibe für ihren Aufenthalt brauchen, bis sie dann schließlich wieder weitervermittelt werden.

Die Sporthalle steht nun erst einmal nicht mehr für Schul- und Vereinssport zur Verfügung. Die Wiesbadener Bevölkerung sieht das aber gelassen und zeigen sich solidarisch. Um die kargen Kabinen wohnlicher zu gestalten, haben Schüler sogar Bilder gemalt, um so für ein bisschen Wohlfühl-Atmosphäre in einer schweren Zeit zu sorgen. (apo/kmü)