Solidarität mit Ungeimpften

Darum meidet Hessens AfD-Chef Robert Lambrou den Weihnachtsmarkt

14. Dezember 2021 - 13:33 Uhr

Interview vor dem Zaun statt am Glühweinstand

Normalerweise finden die Weihnachtsinterviews von RTL Hessen auf dem Weihnachtsmarkt statt, doch mit dem hessischen AfD-Chef Robert Lambrou muss Politikreporter Benjamin Holler außerhalb des Weihnachtsmarkts über Politik und Privates sprechen. "Wir machen von der AfD die Spaltung der Gesellschaft durch die Landesregierung nicht mit", sagt Lambrou. Er sei zwar doppelt geimpft, wolle das aber nicht als Vorteil nutzen, sondern sich solidarisch mit den Ungeimpften zeigen.

Lambrou verteidigt neuen AfD-Co-Chef

Knapp einen Monat ist es her, dass die hessische AfD Andreas Lichert zum Vorstandssprecher gewählt hat. Der Bad Nauheimer will eigenen Angaben zufolge das rechte Spektrum der AfD repräsentieren. Sein Co-Chef Robert Lambrou stellt klar: "Andreas Lichert und ich decken die gesamte Bandbreite der AfD ab." Man solle nicht jedes Wort auf die Goldwaage legen. Die vieldiskutierte Rede von Lichert sei eine Bewerbungsrede gewesen, "da wird manchmal zugespitzt", verteidigt er seinen Parteikollegen. Dieser hatte in einer Rede angekündigt, sich "um die Politik der letzten Kartoffel, den letzten Jungen ohne Migrationshintergrund auf dem Schulhof" kümmern zu wollen. Gemeinsam wollen sie sich um alle Menschen kümmern, so Lambrou.

Anhänger des formal aufgelösten "Flügels": Dem neuen Co-Chef der Hessen-AfD Andreas Lichert aus Bad Nauheim werden Sympathien zur als rechtsextrem eingestuften Identitären Bewegung nachgesagt.
Anhänger des formal aufgelösten "Flügels": Dem neuen Co-Chef der Hessen-AfD Andreas Lichert aus Bad Nauheim werden Sympathien zur als rechtsextrem eingestuften Identitären Bewegung nachgesagt.
© RTL, RTL Hessen, Edin Bytyqi

Robert Lambrou: AfD ist nicht nach rechts gerückt

Andere Parteien würden sehr stark Politik für Minderheiten machen, Lambrou finde es "legitim", wenn Co-Chef Lichert darauf hinweist, dass man durchaus auch Politik für die Mehrheitsbevölkerung machen sollte. Aus seiner Sicht sei die AfD nicht nach rechts gerückt. "Wir sind eine seriöse Partei, wir sind bürgerlich, konservativ, freiheitlich."

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"Impfen MUSS eine individuelle Entscheidung bleiben"

AfD-Fraktionschef Lambrou will sich solidarisch mit Ungeimpften zeigen, indem er den Vorteil seiner Doppelimpfung nicht nutzt. Es müsse sich seiner Ansicht auch jemand um die Ungeimpften kümmern."Impfen ist ein Eingriff in die körperliche Unversehrtheit. Das MUSS eine individuelle Entscheidung bleiben", sagt er im RTL-Interview. die Regierung habe vergessen, dass es das Coronavirus zu bekämpfen gilt und nicht Teile der Bevölkerung. Auf den Hinweis auf den Impfschutz durch den RTL-Reporter betont er, dass es "übergriffig" sei, Menschen zur Impfung zu zwingen. Die Impfung sei ein Bestandteil der Strategie, aber sie sei nicht die einzige Maßnahme, die man ergreifen kann. Dabei solle man z.B. die Entwicklung von Medikamenten fördern.

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Die Regierung habe laut Lambrou den Geimpften vermittelt, dass sie keine Hygienemaßnahmen mehr einhalten müssen. "Ich denke, dass dieses sorglose Verhalten der Geimpften auch mit dazu beigetragen hat, dass wir jetzt so eine starke 4. Welle haben," so die Meinung des hessischen AfD-Chefs.

(bho/gmö)