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Wie sicher sind Zyklus-Apps wirklich?

Hormonfreie Verhütung auf dem Smartphone

Wie sicher sind Zyklus-Apps wirklich?

Zyklus-Apps sollen die fruchtbaren Tage der Frau bestimmen
Viele Zyklus-Apps haben bei Stiftung Warentest mit 'mangelhaft' abgeschnitten.
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Zyklus-Apps: Bequem, aber auch zuverlässig?

Tschüss Hormone! Immer mehr Frauen entscheiden sich dafür, die Anti-Baby-Pille abzusetzen . Nicht, um schwanger zu werden, sondern um den eigenen Körper ohne Steuerung durch Hormone kennenzulernen. Doch welche hormonfreie Verhütungsmethode eignet sich am besten?

Zuletzt sorgten Zyklus-Apps für Gesprächsstoff, weil das "Sommerhaus der Stars"-Paar Johannes Haller und Yeliz Koc sich für diese Verhütungsmethode entschieden hat. Sie bestimmen die nächste Periode und den nächsten Eisprung. Die Auswahl ist riesig, doch ist auf die Anwendungen auch Verlass?

NFP-Apps (Natürliche Familienplanung)

NFP gilt als Abkürzung für ' Natürliche Familienplanung ', eine Methode, bei der eine Frau ihren Körper und ihren eigenen Zyklus im Idealfall so genau kennenlernt, dass sie weiß, wann genau ihre fruchtbaren Tage sind. Die symptothermale Methode hat einen Pearl-Index von 0,4 und ist somit von der Sicherheit her genau so stark wie die Pille - vorausgesetzt sie wird gewissenhaft angewendet: "Die Frau muss täglich Vaginalsekret prüfen und kontrollieren und täglich die Morgentemperatur messen und eintragen", sagt uns Dr. med. Susanna Kramarz vom Berufsverband der Frauenärzte.

Die Apps "MyNFP" (für iOS und Android) und "Lady Cycle" (für Android) unterstützen die Frau bei der NFP-Methode, indem Informationen zu Körpertemperatur, Zervixschleim, Libido, Stimmung, Schmerzen oder Gebärmutterhals ausgewertet werden. So können fruchtbare und unfruchtbare Zyklusphasen ermittelt werden. 2017 wurden die beiden Apps bei Stiftung Warentest, die als einzige 'gut' abschnitten, Testsieger.

Prognose-Apps

Viele Menstruations-Apps ermitteln die Periode und den Eisprung rein mathematisch, weshalb sie nur Durchschnittswerte liefern, die sich entweder an früheren Daten der Nutzerin oder sogar an statistischen Daten anderer Anwenderinnen orientiert. Die Angabe der Zykluslänge oder die tägliche Messung der Körpertemperatur ist nicht ausreichend, um den individuellen Zyklus zu bestimmen.

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Nur "MyNFP" und "Lady Cycle" bieten Voraussetzungen für zuverlässige Verhütung

"Nur Lady Cycle und MyNFP verwenden korrekte Rechenmethoden, um fruchtbare und unfruchtbare Tage zu unterscheiden. Alle anderen Apps versagen und bieten keine ausreichende Zuverlässigkeit", so Susanne Kramarz.

Doch bei der Anwendung gilt es, einiges zu beachten: "Diese beiden Apps müssen regelmäßig bedient werden, also täglich Vaginalsekret prüfen und protokollieren und täglich Morgentemperatur messen und eintragen. Und: Der Zyklus muss regelmäßig länger als 21 Tage sein, sonst funktioniert die Methode nicht."

FAZIT: Bestimmte Apps können bei einer sicheren Verhütung helfen, sind aber immer nur so zuverlässig wie ihre Anwenderin auch die Daten einträgt und prüft.

Falls Sie sich für hormonfreie Verhütung entscheiden, empfehlen wir Ihnen, einen Gynäkologen zur individuellen Beratung aufzusuchen.