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Wie erkenne ich eine chronische Blasenentzündung – und was hilft?

Dr. Christoph Specht gibt hilreiche Tipps

Wie erkenne ich eine chronische Blasenentzündung – und was hilft?

Wie erkenne ich eine chronische Blasenentzündung) Dr. Christoph Specht gibt hilreiche Tipps

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Im Video: Wenn die Blasenentzündung chronisch wird

Dauerhafte Blasenentzündung und keine Linderung in Sicht: Viele Frauen kennen den unangenehmen Schmerz. Aber was kann man tun, wenn er nicht weggeht oder immer wieder kommt – und einfach kein Mittelchen helfen will? Tina Darsow ist deswegen sogar berufsunfähig. Wie sie trotz dieser Belastung ihren Alltag meistert und ab wann eine Blasenentzündung zur chronischen Krankheit wird – im Video.

Wie entsteht eine Blasenentzündung?

Eine Blasenentzündung (Zystitis) entsteht dann, wenn Bakterien über die Harnröhre in die Blase eindringen und sich dort vermehren. Die Harnröhre von Frauen ist kürzer als die von Männern, weswegen die Bakterien dort schlechter abgetötet werden können. Die Konsequenz: Die Innenwand der Blase entzündet sich. Blasenentzündungen sind für viele Frauen keine Seltenheit, weiß Mediziner Dr. Christoph Specht. „Nicht unbedingt jeden Tag, aber manche Frauen erkranken alle drei bis vier Wochen.“ Jede zweite Frau hat mindestens einmal in ihrem Leben eine deftige Blasenentzündung. Von einer chronischen Blasenentzündung wird gesprochen, wenn zwei oder mehr Blasenentzündungen in sechs Monaten bzw. drei oder mehr Infektionen pro Jahr auftreten. Dr. Spechts Tipp für den Alltag: „Viel Wasser trinken und die Harnröhre ausspülen.“

Cranberrysaft und warme Socken: Was taugen diese Hausmittel?

Um einer Blasenentzündung vorzubeugen, sollte das Sitzen auf einem kalten Untergrund tabu sein. Foto: Andrea Warnecke
Kälte vermeiden - kann man so Blasenentzündungen vorbeugen?
DPA

Wacker halten sich Tipps wie das Tragen warmer Socken oder das Vermeiden von bauchfreier Kleidung. Prinzipiell nicht falsch, aber: „Die Erkältung kommt ja nicht von der Kälte, sondern von Bakterien und Viren. Bei der Blasenentzündung ist das ähnlich.“ Die Kälte führe aber dazu, dass man anfälliger für Krankheiten werde. Andere Hausmittel wie Cranberrysaft sieht er skeptisch, die Studienlage sei derzeit noch nicht eindeutig. „Wenn man es macht, muss man viel davon trinken – regelmäßig und täglich“, so Specht. Der Saft wirke aber nur bei einer bestimmten Bakterienart. Viele Ärzte verschreiben Antibiotika, um die Bakterien abzutöten. Gelingt das nicht, können sich die Bakterien in der Innenhaut der Blase einnisten. Dadurch kommt es zu ständigen Entzündungen in der Blase, einer chronischen Blasenentzündung. Im Urin sieht man die Entzündung nicht. Nur mit einer Blasenspiegelung lässt sich die chronische Krankheit überhaupt erkennen.

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In manchen Fällen hilft nur der Gang zum Arzt

Ob Sie tatsächlich an einer Blasenentzündung leiden, lässt sich anhand zweier eindeutiger Symptome eingrenzen: ständiges Wasserlassen und Schmerzen beim Toilettengang. Der Gang zum Arzt ist aber nicht immer notwendig, in manchen Fällen klingt die Entzündung nach einigen Tagen von allein ab. Neben dem Harndrang und Brennen können außerdem Unterleibsschmerzen, Krämpfe, Blut im Urin und Schmerzen in der Nierengegend auftreten. Ist das der Fall, sollten Sie schnellstmöglich einen Arzt aufsuchen.

So können Sie einer Blasenentzündung vorbeugen

  • Der Toilettengang: Nach dem Sex sollten Sie die Toilette aufsuchen und urinieren, damit Bakterien gleich aus den Harnwegen gespült werden.
  • Die richtige Intimhygiene: Waschen Sie Ihren Intimbereich am besten nur mit klarem Wasser. Duschgels zerstören die natürliche Schutzfunktion der Vagina, was eine Blasenentzündung begünstigt.
  • Keine String-Tangas: Sie werden sich jetzt fragen, was Ihre Unterwäsche mit einer Blasenentzündung zu tun hat. String-Tangas sind im direkten Kontakt mit Darmausgang und Vagina, das macht es Darmbakterien sehr leicht in die Vagina zu gelangen und dort eine Infektion auszulösen. Sehen Sie daher von der sexy Unterwäsche ab und tragen am besten Baumwoll-Slips.
  • Beckenbodentraining: Betreiben Sie Beckenbodentraining, das fördert die Durchblutung des Intimbereichs und kann bei der Bekämpfung von Bakterien helfen.
  • Unten ohne in der Nacht: Dass sie tagsüber schlecht auf Unterwäsche verzichten können, ist nachvollziehbar, doch in der Nacht können und sollten Sie "unten ohne" schlafen. Ihre Vagina kann besser atmen, es gibt keinen Hitzestau. Außerdem haben Bakterien, die es sich eventuell in Ihrem Slip bequem gemacht haben, keine Chance in Ihre Harnröhre oder Vagina zu wandern.
  • Richtig abwischen: Nach dem Toilettengang immer von vorne nach hinten abwischen, um eine Schmierinfektion mit Darmbakterien und so eine Blasenentzündung zu verhindern. (fge)
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