OnlyFans verkündet neue Regeln ab Oktober

Wie Bundesliga ohne Bälle: OnlyFans verbietet Pornos

ILLUSTRATION - Ein junger Mann hält am 31.10.2013 in Hannover (Niedersachsen) ein Smartphone, auf dem ein erotisches Foto einer jungen erwachsenen Frau zu sehen ist. Zahlreiche Schulleiter aus Cloppenburg warnen in einem gemeinsamen Elternbrief vor d
Symbolfoto
picture alliance / dpa, Julian Stratenschulte

OnlyFans: Reaktion auf Wunsch "unserer Bankpartner und Zahlungsabwickler"

Raus aus der Schmuddelecke: Die Plattform OnlyFans verbietet ab Oktober pornographische Inhalte. Das teilte das Unternehmen jetzt in einer Erklärung mit. Inhalte, wie Fotos und Videos zu veröffentlichen, die "sexuell explizites Verhalten" zeigten, seien untersagt. Nacktfotos- und Videos bleiben weiterhin erhalten, sofern sie nicht gegen die Richtlinien verstoßen.

Experten sprechen von "Kehrtwende" bei OnlyFans

OnlyFans ohne Porno - das klingt so, als würde die Fußball-Bundesliga Bälle abschaffen. Entsprechend überrascht äußern sich Experten. Damit riskiere das Portal, ausgerechnet jene Benutzer zu verprellen, die ihm erst zu seiner Popularität verholfen haben. "Dabei sind es gerade unabhängige Sexarbeiterinnen, die OnlyFans groß gemacht haben", schreibt das IT-Fachmagazin "heise online". Für das Magazin ein "Schuss ins eigene Knie."

Ähnlich sieht das das Magazim "t3n", wo es heißt: "Die Entscheidung, sexuell eindeutige Inhalte zu verbieten, kann schon fast als Kehrtwende bezeichnet werden. Immerhin sind pornografische Inhalte ein wesentlicher Erfolgsfaktor für die Plattform"

Nutzerinnen und Nutzer von OnlyFans setzen Milliarden um

The logo for OnlyFans is seen on a device in this photo illustration in Manhattan, New York City, U.S., August 19, 2021. REUTERS/Andrew Kelly
OnlyFans hat mehr als 130 Millionen registrierte Nutzerinnen und Nutzer.
AK, REUTERS, ANDREW KELLY

Hintergrund der Maßnahme ist das liebe Geld. Investoren und Banken passt OnlyFans in seiner jetzigen Form nicht mehr. "Mit diesen Änderungen kommen wir den Wünschen unserer Bankpartner und Zahlungsabwickler nach", heißt es in der Erklärung des Unternehmers.

OnlyFans wurde 2016 gegründet. Seither haben sich über 130 Millionen Nutzerinnen und Nutzer registriert, die mehr als 4,2 Milliarden Euro Umsatz gemacht haben. Es funktioniert ähnlich wie sozialen Netzwerken à la Instagram und Facebook.

Der entscheidende Unterschied zu solchen werbefinanzierten Portalen ist, dass die Profilbesitzer für exklusive Inhalte Geld von ihren Abonnenten (den so genannten "Fans") kassieren können. Ohne Abo sind nur wenige Informationen zu sehen, Fotos und Videos aber nicht. Diese Inhalte sind bisher vielfach Pornos und Nacktaufnahmen, die bei Youtube, Instagram und Co verboten sind. (uvo)