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WHO: Warum immer mehr Menschen an Demenz erkranken

In den kommenden Jahren werden immer mehr Menschen an Demenz erkranken.
In den kommenden Jahren werden immer mehr Menschen an Demenz erkranken.
© dpa, Daniel Karmann, dka jai kde cul

03. September 2021 - 9:35 Uhr

Weltweit etwa 55 Millionen Menschen betroffen

Vergesslichkeit, Verwirrung und Probleme im Alltag. Eine Demenzerkrankung ist eine massive Änderung im Leben der Betroffenen und ihrer Angehörigen. In den kommenden Jahren werden immer mehr Menschen an Demenz erkranken. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Weltgesundheitsorganisation WHO.

Menschen können ihr Risiko, an Demenz zu erkranken, deutlich reduzieren

Bis 2030 dürften rund 40 Prozent mehr Menschen weltweit mit Demenz leben als heute. Betroffen waren 2019 nach Schätzungen weltweit etwa 55 Millionen Menschen, wie die WHO berichtete. In Deutschland leben nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums etwa 1,6 Millionen Menschen mit Demenz.

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Die positive Botschaft: Viele Menschen könnten ihr Risiko, an Demenz zu erkranken, deutlich reduzieren, etwa durch einen gesünderen Lebensstil, gute Schulbildung und intakte Sozialkontakte. "Schulbildung baut Hirnreserven auf", sagte WHO-Expertin Katrin Seeher in Genf. Als Risikofaktoren für Demenz nannte sie Übergewicht, Bluthochdruck, Diabetes, Depressionen und soziale Isolation. Rauchen und Alkohol trinken gehören nach WHO-Angaben ebenfalls dazu. Auch ein Schutz des Gehirns, etwa bei bestimmten Aktivitäten Helme zu tragen, dämme das Risiko von Demenz ein, sagte Seeher. Eine Studie des University College London legt jetzt nahe: Auch auf den richtigen Job kommt es an.

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"Die Welt lässt Menschen mit Demenz im Stich"

Einer der Hauptgründe für die steigenden Zahlen ist die Tatsache, dass Menschen dank besserer Lebensbedingungen deutlich älter werden als frühere Generationen. Mit dem Alter steigt generell das Risiko nicht übertragbarer Krankheiten, darunter Demenz. "Demenz raubt Millionen Menschen das Gedächtnis, die Unabhängigkeit und die Würde, aber sie raubt uns anderen auch die Menschen, die wir kennen und lieben", sagte WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus.

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Die meisten Länder seien auf die wachsende Zahl von Demenzkranken nicht genügend vorbereitet, so die WHO. "Die Welt lässt Menschen mit Demenz im Stich", sagte Tedros. Es müsse mehr getan werden, um Betroffene bei einem Leben in Würde zu unterstützen und Betreuerinnen und Betreuer nicht allein zu lassen. "Menschen mit Demenz sowie ihre Familien und Betreuerinnen und Betreuer erleben Diskriminierung aufgrund des Alters, Stigma und soziale Ausgrenzung. Das darf in unseren Gesellschaften keinen Platz haben", so die WHO.

Als gutes Beispiel stellt die WHO die in Deutschland entwickelte nationale Demenzstrategie vor. Sie soll dafür sorgen, dass Menschen mit Demenz "in der Mitte der Gesellschaft" bleiben, wie es darin heißt. Sie lobt auch die regionalen Alzheimer-Gesellschaften für ihren Einsatz während der Corona-Pandemie. Sie hätten Informationsmaterial, Podcasts und Videos erstellt, um Menschen mit Demenz und ihre Betreuer in der Zeit zu unterstützen. (dpa/jar)