Experten empfehlen Impfung auch für Nicht-Risikogruppen

Wer für die Grippeimpfung selbst zahlen muss - und wer nicht

Wer muss für die Grippeimpfung selbst zahlen?
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09. Oktober 2020 - 12:23 Uhr

Grippeimpfung zu Corona-Zeiten noch wichtiger

Seit mehr als einem halben Jahr beherrscht die Corona-Pandemie bereits unseren Alltag. Nun, im Herbst, warnen Experten vor einem weiteren Gefahren-Faktor: Die Grippesaison hat begonnen. "Wir wissen schon lange, Corona und Grippe sind [eine] gefährliche Mixtur", mahnt SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach auf Twitter. Er fordert deshalb: Alle Krankenversicherten sollten sich in diesem Herbst und Winter kostenlos gegen die Grippe impfen lassen können. Dies sei eine sinnvolle Maßnahme, die nicht viel koste. Bislang gibt es dafür jedoch noch keine einheitliche Regelung in Deutschland: Während einige gesetzliche Krankenkassen die Kosten der Grippeschutzimpfung für alle Versicherten übernehmen, erstatten andere sie nur für Risikogruppen. Wie verraten Ihnen, wer zur Risikogruppe gehört und welche Kassen den Betrag auch übernehmen, wenn Sie nicht dazugehören.

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Kostenübernahme der Grippeimpfung: Wer gehört zur Risikogruppe?

Wer die Kosten für die Grippeimpfung selbst trägt, auf den kommen in etwa 45 Euro zu. Doch häufig wird dieser Betrag von den Krankenkassen übernommen – vor allem für Risikogruppen. Wer zu dieser Gruppe zählt, das richtet sich nach der Empfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO) des Robert Koch-Instituts. Diese empfiehlt die Impfung gegen die Influenza-Grippe für alle Personen ab dem 60. Lebensjahr, chronisch Kranken sowie Schwangeren zwischen dem vierten und siebten Monat. Auch Menschen, die aus beruflichen Gründen einem höheren Ansteckungsrisiko ausgesetzt sind, wird die Impfung empfohlen. Wenn Sie sich unsicher sind, ob Sie zu einer der genannten Gruppen gehören, lohnt es sich, bei Ihrem Hausarzt oder Ihrer Krankenkasse nachzufragen.

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Diese Krankenkassen übernehmen die Kosten auch für Nicht-Risikogruppen vollständig

Wer nicht zu den oben genannten Personengruppen zählt, muss die Kosten für die Grippeschutzimpfung unter Umständen selbst zahlen. Das hängt vom Leistungsspektrum Ihrer Krankenkasse ab. Denn es gibt einige Krankenkassen, die die Impfung unabhängig von der STIKO-Empfehlung sogar für alle Versicherten übernehmen. Dazu zählen:

  • AOK Baden-Württemberg
  • AOK Bayern
  • AOK Sachsen-Anhalt
  • Bahn BKK
  • Barmer
  • Bergische Krankenkasse
  • BIG direkt gesund
  • BKK Gildemeister Seidensticker
  • BKK Pfalz
  • DAK Gesundheit
  • Hanseatische Krankenkasse (HEK)
  • IKK Brandenburg und Berlin
  • IKK Classic
  • IKK Südwest
  • Kaufmännische Krankenkasse (KKH)
  • SBK
  • Techniker Krankenkasse (TK)


(Diese Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.)

Kostenübernahme vs Kostenerstattung: Das sollten Sie beachten

Selbst wenn Ihre Krankenkasse die Kosten für alle Versicherten übernimmt, müssen Nicht-Risikogruppen häufig erst einmal in Vorkasse treten. Denn während eine Kostenübernahme für Risikogruppen direkt über die Versichertenkarte abgerechnet wird, bekommen alle anderen Versicherten die Kosten erst nach Einreichung der Impfunterlagen erstattet.

Einige Krankenkassen stellen zudem ein jährliches Impf-Budget zur Verfügung, im Rahmen dessen sich Versicherte die Kosten für ihre Grippeschutz- sowie weitere Impfungen zurückerstatten lassen können. Bei der Heimat Krankenkasse liegt dieses Budget beispielsweise bei 300 Euro je Kalenderjahr.

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