WHO wegen Impfgegnern besorgt

Weltweit 20 Millionen Kinder ohne lebensrettende Impfungen

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16. Juli 2019 - 7:38 Uhr

Nicht nur in armen Ländern ein Problem

Fast 20 Millionen Kinder wurden 2018 weltweit nicht ausreichend gegen gefährliche Krankheiten wie Masern oder Tetanus geimpft. Das berichteten jetzt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und das UN-Kinderhilfswerk Unicef auf einer gemeinsamen Pressekonferenz. Doch nicht nur die mangelnde medizinische Versorgung in armen Ländern oder Konfliktregionen ist dafür verantwortlich: Auch falsche Informationen über Impfungen im Netz bereiten der WHO Sorge.

WHO schätzt Masernfälle 2018 auf 6,7 Millionen

Der rasante Anstieg der Masernfälle weltweit sei ein Alarmzeichen, so Kate O'Brian, Direktorin der WHO-Impfabteilung. Die Zahl der gemeldeten Fälle war mit 350.000 fast doppelt so hoch wie im Jahr zuvor. Weil aber nur ein Bruchteil wirklich gemeldet wird, schätzt die WHO die wahre Zahl auf weltweit 6,7 Millionen.

Impfquote zu niedrig, um Ausbrüche wirksam zu verhindern

Global betrachtet verharre die Quote der Impfungen gegen Diphtherie, Tetanus und Keuchhusten sowie der ersten Dosis gegen Masern seit einigen Jahren bei rund 86 Prozent - zu wenig, um Ausbrüche der gefährlichen Krankheiten wirksam zu verhindern. Denn dafür sei eine Impfquote von 95 Prozent nötig. Die Hälfte aller nicht ausreichend geimpften Kinder lebt in 16 armen Ländern, von Afghanistan bis zur Zentralafrikanischen Republik. Dort gibt es keine flächendeckenden Gesundheitsdienste oder Kinder erreichen die Kliniken wegen Konflikten nicht.

In Deutschland lag der vollständige Impfschutz gegen Diphtherie, Tetanus und Keuchhusten nach Angaben des Robert-Koch-Instituts nach den Schuleingangsuntersuchungen 2017 bei mehr als 93 Prozent. Die Impfquote für die erste Masern-Impfung lag bei 97,1 Prozent.

Im Video: Das sind die Symptome von Masern

Falsche Infos in sozialen Medien Grund zur Sorge

"Impfungen sind unglaublich effektiv, sie verhindern ernste Krankheiten und manchmal den Tod, und jedes Kind der Welt hat Anspruch darauf", so O'Brian. "Impfgegner hat es immer gegeben. Solche Gruppen sind ein kleines Phänomen, aber sie können ihre Botschaft mit den sozialen Medien heute weiter verbreiten als früher. Wir sind besorgt über fehlerhafte oder falsche Informationen."