„Im Kindergarten wollte niemand neben mir sitzen“

Weitspringerin Malaika Mihambo: Wie sie aus Hass und Hetze Stärke zog

© REUTERS, KAI PFAFFENBACH, mjb

2. Dezember 2019 - 20:11 Uhr

Diskriminierung schon im Kindergarten

Weitsprung-Star Malaika Mihambo hat über schwierige Erfahrungen gesprochen, die sie in ihrer Kindheit gemacht hat. Die 25-jährige Deutsche mit Vorfahren aus Sansibar wurde Opfer von Mobbing und Rassismus.

"Das tat sehr weh"

"Irgendwann gingen in der Schule die Läuse um, und da hieß es, die müssen ja von Malaika kommen", sagte die Weltmeisterin der Tageszeitung "Die Welt". "Als sich dann herausstellte, dass ich keine Läuse hatte, hieß es: Nicht einmal die Läuse wollen zu ihr. Das tat sehr weh."

Schüler wollte nicht neben ihr sitzen

Eine andere Demütigung empfand Mihambo als noch schlimmer. "Ein Schüler, der ein politisch rechtsorientiertes Familienmitglied hatte, sagte der Lehrerin, er möchte im Stuhlkreis nicht neben mir sitzen. Daraufhin sagte die Lehrerin zu mir, dass ich mich wegsetzen soll. Das war besonders hart für mich."

Diese Erlebnisse hätten ihr das Gefühl gegeben, als "Mensch nicht in Ordnung zu sein, nichts wert zu sein. Und das dann wieder zu erlernen, dass ich in Ordnung bin, egal wie mich andere sehen oder was sie über mich denken, war ein langer Prozess, mit dem ich heute zufrieden bin."

Durch den Hass "gewachsen"

Die negativen Erfahrungen hätten ihr geholfen "zu wachsen". Es komme "darauf an, aus Leid etwas Positives zu entwickeln und dadurch als Mensch zu wachsen. Das ist mir gelungen, und darauf bin ich stolz."

Mihambo gewann im Oktober bei der Leichtathletik-WM in Doha als erste Deutsche nach Heike Drechsler Gold im Weitsprung.